Der flämische Nationalistenchef Bart De Wever (N-VA) und der rechtsextreme Parteivorsitzende Tom Van Grieken (Vlaams Belang) erhalten die meisten Vorzugsstimmen bei den belgischen und regionalen Wahlen. Im französischsprachigen Landesteil verpulvert die liberale Sophie Wilmès (Foto oben) den 20 Jahre alten Rekord von Sozialist Elio di Rupo (PS).
Vorzugsstimmen: Bart De Wever und Tom Van Grieken werden in Flandern gefeiert, Sophie Wilmès im französischsprachigen Teil
Bart De Wever (N-VA), ebenfalls Bürgermeister von Antwerpen, erhielt als Kandidat für das belgische Parlament über 250.000 Vorzugsstimmen. Das heißt, dass mehr als 20 Prozent der Antwerpener den flämischen Nationalistenchef wählten. De Wever lässt damit Tom Van Grieken, der für das Landesparlament kandidierte, mit über 150.000 Vorzugsstimmen weit hinter sich.
Im französischsprachigen Landesteil bricht die liberale Sophie Wilmès (MR), ehemalige belgische Premier- und Außenministerin, die für das Europaparlament kandidierte, mit 537.000 Vorzugsstimmen den Rekord.
Vorzugsstimmen im flämischen Parlament
Die meisten Vorzugsstimmen bei den Regionalwahlen in Flandern gingen an Tom Van Grieken (150.000) (Foto, oben links). Der flämische Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) kam mit knapp 100.000 Vorzugsstimmen auf den zweiten Platz. Hilde Crevits von den Christdemokraten (CD&V) komplettiert die Hitparade mit über 77.000 Stimmen.
Ein starkes Ergebnis konnte auch Conner Rousseau (unten links) für die sozialdemokratische Vooruit abliefern: In der Provinz Ostflandern überzeugt der Listendrücker mit 75.000 Vorzugsstimmen. Damit hält er sogar Jos D'Haese von der linksextremen PVDA (66.000 Stimmen) und Zuhal Demir von der regierenden N-VA (65.000 Stimmen) auf Abstand.
Belgisches Parlament
Bart De Wever (N-VA) hat bei den föderalen Wahlen die meisten Vorzugsstimmen erhalten (255.000). Die Beliebtheit des N-VA-Vorsitzenden ist im Vergleich zu den Wahlen 2019 noch stärker gestiegen.
Auf Platz 2 der Liste steht Paul Magnette (PS) mit 90.000 Vorzugsstimmen. Georges-Louis Bouchez (MR) liegt mit knapp 80.000 Stimmen auf dem dritten Platz.
Gefolgt vom rechtskonservativen N-VA-Mitstreiter Theo Francken mit 73.000 Vorzugsstimmen. Die scheidende Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) hat mit 65.000 Stimmen ebenfalls gut abgeschnitten.
Premierminister Alexander De Croo (Open VLD), dessen liberale Partei rund 5 Prozentpunkte verlor, landet mit über 60.000 Stimmen auf Platz 9 der Vorzugsstimmenhitparade.
Europäisches Parlament
Bei den Europa-Wahlen schneidet die ehemalige belgische Premier- und Außenministerin Sophie Wilmès (MR) hervorragend ab. Mit mehr als 537.000 Vorzugsstimmen bricht die Liberale den bisherigen Wahlrekord in der Wallonie (483.644 Stimmen für Elio Di Rupo (PS) bei den Europawahlen 2004).
Am Sonntag erhielt Di Rupo 175.413 Stimmen, was Platz 4 bedeutete.
Der flämische Politiker mit den meisten Stimmen im Europäischen Parlament ist Tom Vandendriessche (Vlaams Belang) mit über 300.000 Vorzugsstimmen. Johan Vanovertveldt (N-VA) vervollständigt die ersten drei Plätze im Europäischen Parlament mit über 200.000 Stimmen.
