Aktuell sorgen enorme Wassermengen nach ergiebigen Niederschlägen in Süddeutschland für eine Katastrophe. Hierzulande ist auch die Frage, kann so etwas auch bei uns wieder passieren, denn im Sommer 2001 erlebten Teile Belgiens eine ähnliche Katastrophe. Hydrologen stellen auch hier fest, dass die Böden so gesättigt sind, wie in Deutschland, doch aktuell brauche man sich keine Sorgen zu machen. Die Grundwasserpegel weisen auf gut gefüllte Reserven hin.
Grundwasser: In Belgien sind die Böden genau so gesättigt wie in Süddeutschland
In Belgien ist die Lage bei weitem nicht so gespannt, wie im Süden Deutschlands, doch der anhaltende Regen, der im Mai gefallen ist, hat die Böden gesättigt. Der Zeitraum 1. Oktober 2023 bis 31. Mai 2024 brachte in unserem Land die höchsten Niederschlagswerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1833.
In den kommenden Tagen werde kein Regen mehr erwartet, so die Meteorologen in dieser Woche, doch wenn es hier so stark regnen würde, die in Deutschland in den vergangenen Tagen, würden auch hier Überschwemmungen und Hochwasser drohen, sagte der Hydrologe Patrick Willems von der Universität Löwen (KU Leuven) gegenüber mehreren flämischen Medien.
Allerdings waren im vergangenen Winter einige Regionen in Flandern wieder von Hochwasser betroffen, wie z.B. die Westhoek im westflämischen Dreieck zwischen der französischen Grenze und der Nordseeküste (im November 2023) und im Tal der Dender in Ostflandern. Zuletzt war die Voer in den Provinzen Limburg und Lüttich wieder dran, die schon im Juli 2021 für schwere Probleme sorgte.
Trockener Sommer? Sind genug Wasserreserven vorhanden?
Dazu sagte Hydrologe Willems in dieser Woche gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen: „Die Möglichkeit eines Wassermangels liegt noch nicht bei null, doch sie sinkt. Die Grundwasserpegel befinden sich für diese Jahreszeit auf Rekordhöhe. Das ist positiv. Wir haben in den vergangenen 7 Jahren 5 trockene Sommer gehabt. Die Winter dazwischen waren normal, wodurch die Niederschläge nicht ausreichten, um das Grundwasser auf Pegel zu bekommen.“
Jetzt aber, so Willems, würden wir die andere Seite des Klimawandels sehen: „Wir haben nicht nur sehr trockene Perioden, sondern auch extrem nasse Monate. Das sorgt für eine Wiederherstellung der Grundwasserreserven.“ Die Botschaft laute, so der Hydrologe, dass man bei Regen das Wasser auffangen müsse.
Dazu hat das belgische Bundesland Flandern den sogenannten „Blue Deal“ beschlossen, ein Maßnahmenpaket zum besseren Auffangen und Speichern von Regenwasser, das auch Enthärtungen von Boden impliziert. Flüssen und anderen Wasserläufen wird mehr Raum geboten und es wurden und werden mehr Auen angelegt. Doch die Umsetzung des „Blue Deals“ ist auf 20 bis 30 Jahre angelegt.
