Engie Electrabel, der Betreiber der belgischen Kernkraftwerke, hat die neuen Verträge zur Lieferung mit Uran als Brennstoff für die noch verbleibenden Meiler nur mit westlichen Produzenten unterzeichnet. Damit bannt Engie russisches Ural voll und ganz, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd unter Berufung auf den Jahresbericht von Synatom meldet. Synatom ist die Electrabel-Filiale, die sich mit der Beschaffung von nuklearen Brennstoffen beschäftigt.
Belgiens restliche Atommeiler arbeiten in Zukunft ohne Uran aus Russland
Die beiden jüngsten belgischen Kernreaktoren Doel 4 und Tihange 3 funktionieren nur noch mit Ural von westlichen Lieferanten. Engie Electrabel erwirbt diesen nuklearen Brennstoff jetzt ausschließlich aus Ländern wie Kanada oder Australien.
Hellen Smeets, die Sprecherin des Energiekonzerns, gab gegenüber De Tijd an, dass sich das Unternehmen bewusst zu diesem Schritt entschieden habe, auf russische Lieferanten zu verzichten: „Ende 2021 sind die letzten Lieferungen aus Russland gekommen. Auch für das Konversieren von Uran, eine Zwischenstufe um Uran anreichern zu können, und für die abschließende Anreicherung arbeiten wir nicht mehr mit russischen Unternehmen zusammen.“
Vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine gehörte Russland zu den wichtigsten Uranlieferanten für Belgien. Etwa 40 % des nuklearen Brennstoffs kamen von dort.
Engie Electrabel bietet in die verschiedenen Verträge mit ihren Uranlieferanten keinen Einblick, weder über die zu liefernden Mengen, noch zum Kaufpreis, noch zu den Lieferfirmen. Das französisch-belgische Energieunternehmen teilt lediglich mit, dass eine ausreichend geografisch verteilte Lieferung von Uran erreicht werden konnte.
