Die belgische Regierung sowie die Brüsseler und flämische Behörden wollen alles tun, um die Zukunft des Audi-Werks in Brüssel über das Jahr 2026 hinaus zu sichern. Das geht aus einer Absichtserklärung hervor, die Premierminister Alexander De Croo (flämische Liberale, Open VLD) am Donnerstagnachmittag der Audi-Geschäftsführung überreichen konnte.
Premier De Croo überreichte Audi eine Absichtserklärung für die Zukunft des Werks in Brüssel
Die Zukunft des Audi-Werks ist seit einiger Zeit sehr ungewiss, nachdem die Unternehmensleitung bekannt gegeben hat, dass der Nachfolger des Q8 e-tron nicht im Brüsseler Werk, sondern in Mexiko gebaut werden soll. Hinzu kommt, dass es in der europäischen Autoproduktion große Überkapazitäten gibt. Die Produktion ist bis Ende 2026 garantiert, aber was ab 2027 passieren wird, ist unklar.
Premierminister De Croo hat bereits vor einigen Monaten eine Arbeitsgruppe eingesetzt, der auch Vertreter der regionalen Regierungen angehören und die sich mit der Zukunft des Werks befassen soll. Unser Land wolle alles tun, um ein neues Modell nach Brüssel zu bringen und zumindest so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, hieß es.
Solange nicht klar ist, was Audi mit dem Werk vorhat, kann die Regierung kein konkretes Unterstützungspaket anbieten. Aber der Brief, den De Croo bei Audi in Brüssel abgibt, listet alle möglichen Maßnahmen auf, wie z.B. die Förderung von Investitionen und Ausbildung, eine bessere Erreichbarkeit des Werks per Bahn und die reibungslose Erteilung von Genehmigungen für eine Windkraftanlage, die Audi bauen will.
„Der Brief enthält eigentlich nicht viel Neues“, sagt VRT NWS-Journalist Steven Dierckx: "Innerhalb der flämischen Regierung sprach man von einem Wahlkampfgag des Premierministers kurz vor den Wahlen."
Audi Brüssel beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter.
