„Wenn der Konföderalismus gut funktioniert, ist ein unabhängiges Flandern nicht mehr notwendig“: Mit dieser Aussage bei VRT NWS widerspricht der flämische NVA-Chef Bart De Wever dem ersten Artikel der Parteisatzung. De Wever, der belgischer Premierminister werden könnte, gibt den Kampf für die Unabhängigkeit Flanderns also auf.
Flämische Unabhängigkeit ist für Nationalistenchef De Wever „kein Muss“ mehr
In Artikel 1 der Parteisatzung der N-VA wird die Schaffung einer unabhängigen Republik Flandern, die Mitglied einer demokratischen Europäischen Union ist, als Ziel der Partei genannt.
„Der Konföderalismus ist der logische nächste Schritt in der Entwicklung Belgiens“, sagte Bart De Wever gegenüber VRT News. In einem konföderativen Staat entscheiden die Teilstaaten selbst, welche Befugnisse (z. B. Verteidigung, Außenpolitik ...) noch von den zentralen konföderativen Behörden ausgeübt werden.
Nach den Vorstellungen der N-VA würde Belgien aus zwei Teilstaaten bestehen: Flandern und die Wallonie: "Ich möchte sogar behaupten: Wenn das funktioniert, reicht es mir. Ich bin nicht darauf versessen. Der Nationalismus ist ein Instrument, um gut zu regieren. Er ist kein Selbstzweck."
Artikel 1 der N-VA-Parteisatzung lautet: „In ihrem Streben nach besserer Regierungsführung und mehr Demokratie setzt sich die Neue Flämische Allianz (N-VA) logischerweise für eine unabhängige Republik Flandern ein, die Mitglied einer demokratischen Europäischen Union ist.“
Gegenüber VRT NWS sagte Bart De Wever am Donnerstag: „Wenn der Konföderalismus dazu führt, dass man eine eigene finanzielle Verantwortung hat, dass man den Wohlstand in Flandern stärken und schützen kann, dann ist das für mich genug.“
„Der Traum der flämischen Bewegung war immer die Unabhängigkeit“, gibt der rechtsnationalistische Politiker zu: "Die Frage ist, was die Unabhängigkeit im 21. Jahrhundert bedeutet, in einem geopolitischen Kontext, der nicht gut aussieht. Man muss auch in einem größeren Rahmen denken.”
„Wir sind die Partei, die heute den Konföderalismus unterstützt, weil der belgische Föderalismus leider gescheitert ist, viel Geld gekostet hat und einen Staat geschaffen hat, in dem man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht“, argumentiert der N-VA-Chef.
