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Gesundheit

Hausärztemangel in Belgien: Prämien für Studierende, die sich für diese Richtung im Medizinstudium entscheiden

Die belgische Bundesregierung wird Studierenden, die ab September einem Basisstudium in Medizin belegen, eine Prämie anbieten, wenn sich diese danach auf die Fachausbildung für Hausarzt spezialisieren. Diese Prämie gilt auch und gerade für junge Mediziner, die sich in Regionen niederlassen, in denen ein akuter Hausärztemangel herrscht. 

Andreas Kockartz
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Mit dieser Prämie will Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke von den flämischen Sozialisten Vooruit den Mangel an Hausärzten in bestimmten Regionen des Landes in den Griff bekommen: „Wir wollen die Medizinstudenten, die noch nicht wissen, was sie nach ihrem Basisstudium in Medizin als Richtung wählen, dazu motivieren, sich für das Fach Hausarzt zu entscheiden.“

Dazu macht der Minister 2,3 Mio. € frei. Der Hausärztemangel in Belgien ist nicht neu. Schon 2022 entschied die flämische Landesregierung, mehr Studierende für Medizin zuzulassen. 1.600 Kandidaten gingen darauf ein, doch die meisten von ihnen wählten nicht die Fachrichtung Hausarzt.

Prämie je nach Region

Die neuen Prämien ab September, wenn die neuen Semester beginnen, sind unterschiedlich hoch und richten sich nach der Region bzw. Stadt oder Gemeinde, wo sich die Medizinstudenten letztendlich niederlassen möchten.  

Gesundheitsminister Vandenbroucke sagte allerdings auch, dass inzwischen mehr Medizinstudenten Hausarzt werden wollen, als noch vor einigen Jahren: „Damals schlossen 200 bis 250 Studierende ihr Studium als Hausarzt ab. Heute beginnen bis zu 500 Kandidaten ein solches Studium.“

Praxen sollen umdenken

Vandenbroucke plädiert aber auch dafür, dass sich die Hausarztpraxen in Belgien anpassen sollten. Er spricht dabei von Gemeinschaftspraxen und Ärztehäusern, in denen auch andere Fachärzte tätig sind, z.B. Psychologen, Psychiater, Pfleger oder auch Diätisten: „Die Folgen einer immer älter werdenden Bevölkerung werden unterschätzt. Nicht nur, dass die Menschen länger Hilfe brauchen, sie leiden auch öfter unter verschiedenen Problemen.“

Der belgische Hausarztverband Domus Medica reagiert positiv auf das Vorpreschen der Bundesregierung und die Prämien für angehende Hausarztstudenten. Doch mit einer Prämie alleine sei es nicht getan und damit sei Kommunen ohne Hausarzt nicht unbedingt geholfen. Es müsse zum einen mehr Hausärzte geben, die jüngere Leute auch praktisch ausbilden können und bestehende Praxen müssten sich auch erweitern können. Bei der Suche nach geeigneten Standorten und bei der Erstellung von entsprechenden Genehmigungen sollten auch die Kommunalverwaltungen mithelfen. 

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