Für viele Zeitgenossen ist es ein Ärgernis, wenn laute Autos mit umgebautem Auspuff für Krach im Straßenverkehr sorgen oder wenn knatternde Motorräder oder Mopeds vorbeirasen. In einigen belgischen Städten wurden schon Autos mit manipuliertem Auspuff stillgelegt, z.B. in Brüssel. Jetzt aber wollen einige weitergehen und „Lärmblitzen“ aktivieren.
"Lärmblitzen" - Mehrere Städte in Belgien wollen mit Akustik-Blitzanlagen zu laute Autos erwischen
Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad fordern unter anderen Brüssel und Gent, dass sogenannte „Lärmblitzen“ aufgestellt werden - Anlagen, die ähnlich wie „Tempoblitzen“ funktionieren. Fahrzeuge (Autos, LKW, Motorräder oder auch Mopeds), die zu Laut sind, werden akustisch gemessen und deren Nummernschild wird registriert.
In der belgischen Hauptstadt wurde jetzt offiziell ein Antrag für das Anbringen solcher Akustik-Blitzanlagen gestellt, denn gerade auch hier sind laute Autos, meist umgebaute Sportwagen, ein großes Übel geworden - besonders nachts. Inzwischen plant auch Gent, ähnlich wie Brüssel, solche Anlagen aufzustellen.
Wie steht es um die Rechtssicherheit?
In der belgischen Straßenverkehrsordnung ist festgelegt - allerdings ohne gesetzliche Verankerung, dass Straßenfahrzeuge nicht mehr als 95 Dezibel Lautstärke erzeugen dürfen. Das bedeutet unterm Strich, dass man dies auch aktiv mit entsprechenden Anlagen messen könnte. Doch das belgische Institut für Verkehrssicherheit (VIAS) hat Bedenken und geht davon aus, dass es ein System dazu geben müsse, das rechtlich - sprich juristisch - sicher sei.
Gent und Brüssel beobachten derzeit Pilotprojekte in Frankreich und in den Niederlanden. In Amsterdam möchte man noch in diesem Jahr mit Lärmblitzanlagen laute Autos überführen. Und in Frankreich wartet man schon auf die Zulassung eines solchen Systems und will die Fahrer von zu lauten Autos mit 90 € zur Kasse bitten.
