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Das "Amerikanische Theater" heute

Flandern will dem "Amerikanischen Theater" in Brüssel wieder neues Leben einhauchen

Die flämische Landesregierung hat mit der Stadt Brüssel ein Erbpacht-Abkommen geschlossen, mit dem „Amerikanischen Theater“ in der Hauptstadt neues Leben eingehaucht werden kann. Damit scheint der Dornröschenschlaf des ikonischen Gebäudes am Osseghempark in der Nähe des Heizel-Komplexes nach einigen Jahren zu Ende zu sein. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Flandern will das Theater und ehemalige VRT-Rundfunk- und Livestudio zu einem Kulturtempel machen. Bis Ende des Jahres soll eine entsprechende Machbarkeitsstudie vorliegen, aus der auch ersichtlich sein soll, mit welchen Kosten das Vorhaben rechnen muss.

Das „Amerikanische Theater“, gelegen am Heizel-Komplex und quasi im Schatten des Atomiums, ist eines der architektonischen Überbleibsel der Expo 58, der Weltausstellung in Brüssel im Jahr 1958, die noch immer sehr präsent in der belgischen Hauptstadt ist.

Nach der Expo 58 entstand dieses Theater aus den Überresten des amerikanischen Pavillons der Weltausstellung. Bis 2012 waren hier noch Studios des öffentlich-rechtlichen flämischen Rundfunks VRT (unser Haus) untergebracht.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Architektur-Ikone aus der Zeit der Expo 58

Hier produzierte die VRT (die frühere BRT bzw. BRTN) legendäre Fernsehshows, die von hier aus übertragen wurden. Früher hatten die Livestudios einen ganz besonderen Klang, doch der Rundfunk zog sich 2012 aus dem „Amerikanischen Theater“ zurück, weil sich der Zustand des Gebäudes zusehends verschlechterte und weil niemand bereit war, dagegen etwas zu tun.

Seit 2016 steht das ikonische Gebäude vollständig leer. Die staatliche belgische Gebäuderegie (aka. Gebäudeverwaltung) fand keine neue Bestimmung für das legendäre Theater. Doch sowohl die Stadt Brüssel und die Hauptstadt-Region, als auch Flandern fordern seit langem eine Lösung.

 (Lesen Sie bitte unter den Fotos weiter)

Modernste TV- und Showtechnik in den 1970er Jahren

Doch seit kurzem kommt Fahrt in dieses Dossier. Die belgischen Bundesbehörden verkauften das „Amerikanische Theater“ der Stadt Brüssel für 3,9 Mio. €. Und Brüssel überträgt es dem belgischen Bundesland Flandern im Rahmen eines Erbpachtvertrages für die Dauer von 99 Jahren.

Flandern will daraus einen „kulturellen und gemeinschaftsbildenden Pool“ machen. Ziel ist unter anderem, größere Musik-, Tanz- und Theaterproduktionen in die Hauptstadt zu holen. In den Augen der flämischen Kulturbehörden soll das Gebäude auch „eine Keimzelle für junges artistisches Talent“ werden.    

So sah der amerikanische Pavillon bei der Expo 58 aus - Danach antstand das "Amerikanische Theater" durch Anpassungen und Umbauten

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