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Die "Abbé Mann" im Wissenschaftshafen von Ostende

Das Flämische Institut für die See hat zwei hypermoderne Forschungs-Wasserfahrzeuge in Betrieb genommen

Das Flämische Institut für die See (VILZ) hat in dieser Woche zwei neue Wasserfahrzeuge für Forschungszwecke in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um ein Roboterboot, das von Land aus bedient wird und um ein Forschungsschiff. Die beiden maritimen Fahrzeuge sind im neuen Wissenschaftshafen von Ostende stationiert, das am Fischereidock sein Zuhause hat. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das wissenschaftliche Arbeitsschiff „Abbé Mann“ soll in der belgischen Nordsee zum Einsatz kommen und mit seiner Mannschaft Untersuchungen durchführen, die von der Forschung nach Verschmutzung des Meeres durch Plastikmüll bis zu Verteidigungszwecken reichen können. So können zum Beispiel Schiffswracks aus den beiden Weltkriegen, die vor Belgien gesunken sind, erfasst und kartografiert werden.

Die „Abbé Mann“ ist ein schnelles und wendiges Schiff, dass auch Stellen auf hoher See erreichen kann, die von größeren maritimen Fahrzeugen nicht erreicht werden können.

Das Roboterschiff USV „Gobelijn“ (uncrewed surface vehicle) ist ein 9 Meter langes Boot voller Sensoren, das von Land aus gesteuert wird. Es kann bis zu 20 Tage lang auf See bleiben und dabei die verschiedensten Forschungsaufträge erfüllen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto der „Gobelijn“ weiter)

"Gobelijn"

Zur „Gobelijn“ sagte Bart De Smet vom Flämischen Institut für die See (VILZ) gegenüber VRT NWS: „Die ‚Gobelijn‘ ist eine schwimmende Plattform, auf der keine Besatzung anwesend ist. Sie wird von Land aus gesteuert und kann bis auf tausende Kilometer Entfernung ferngesteuert werden. Die Untersuchungen und Forschungen, die wir damit ausführen können, sind breitgefächert: Messungen von Kohlenstoffvorkommen aber auch die Analyse von Plastikabfällen sind Möglichkeiten, die wir mit diesem Fahrzeug erforschen wollen.“

Die beiden maritimen Fahrzeuge sind im neuen Wissenschaftshafen von Ostende stationiert, das am Fischereidock sein Zuhause hat.

(Lesen Sie bitte unter dem Video der "Gobelijn" und "Abbé Mann" weiter)

ANSEHEN

Vor kurzem erst wurde von der „Abbé Mann“ aus ein 1944 vor der belgischen Nordseeküste gesunkenes 50 Meter langes deutsches Minensuchboot mit Sonartechnik entdeckt und analysiert werden.

Die Wissenschaftler senden per Sonar Geräuschwellen auf den Meeresboden und als diese auf das Wrack des Schiffes stießen, konnten die Formen über einen Computer in Bildform umgesetzt werden. Innerhalb von nur knapp 2 Minuten konnte man sich an Bord des Forschungsschiffs ein Bild von Zustand des deutschen Kriegsschiffes machen. Dass dieses Wrack dort lag, war bereits bekannt, doch erst jetzt konnte es sichtbar gemacht werden.

(Lesen Sie bitte unter dem Sonarbild des Wracks weiter)

Foto VILZ

Das VILZ konnte mit der „Gobelijn“ und der „Abbé Mann“ seine Flotte an Forschungsschiffen und -booten gehörig ausbauen und ergänzen. Bisher arbeitete das Meeresforschungsinstitut mit dem Forschungsschiff „Simon Stevin“, mit dem kleineren Schiff „RIB Zeekat“ und mit vier kleinen Seerobotern.

Die „Goblijn“ ist offenbar ein ganz besonderes Gerät, wie es in einer Pressemitteilung des Instituts heißt: „So weit wir wissen, verfügt kein anderes Forschungsinstitut auf der Welt über einen solchen Typ Roboterboot.“ 

Wer oder was ist das VILZ?

Das Flämische Institut für die See VILZ (Vlaams Institut voor de Zee) ist die Nachfolgeeinrichtung des allerersten maritimen Forschungszentrum der Welt, dass 1843 von dem belgischen Hochschulprofessoren für Tierkunde (so hieß das damals), Pierre-Joseph Van Beneden in Ostende gegründet wurde. Van Beneden erforschte in einem Laboratorium und in einem Aquarium wirbellose Seetiere. Auch heute noch befindet sich das Institut in Ostende. Info: www.vliz.be

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