Vor der Botschaft Israels im Brüsseler Stadtteil Ukkel ist am Dienstagabend eine pro-palästinensische Demonstration aus dem Ruder gelaufen. Die Polizei musste die Demonstranten mit einem Wasserwerfer und mit Tränengas auseinandertreiben. Polizei und Demonstranten schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die Eskalation zu.
Pro-palästinensische Demo vor der israelischen Botschaft in Brüssel aus dem Ruder gelaufen
Die Veranstalter der Demonstration warfen der Polizei vor, sie hätte selbst für die Eskalation gesorgt, während Ukkels Bürgermeister Boris Dilliès (MR) angibt, das Vorgehen der Polizei sei gerechtfertigt gewesen.
Mehrere hundert Demonstranten hatten sich am Dienstag gegen 18 Uhr vor der israelischen Botschaft in der Brüsseler Gemeinde Ukkel getroffen, um gegen die anhaltenden Angriffe Israels im Gazastreifen zu protestieren. Sie forderten eine sofortige Feurpause und einen Waffenstillstand sowie Sanktionen gegen Israel von Seiten Belgiens und der Europäischen Union.
Zu dieser Demonstration, für die es weder von der Polizei, noch von Bürgermister Dilliès eine Genehmigung gab, wurde im Vorfeld massiv über die sozialen Medien aufgerufen.
Wer hat provoziert?
Die Veranstaltung begann friedlich, doch im Laufe der Zeit lief sie aus dem Ruder, denn einige Teilnehmer begannen zu randalieren. Daraufhin bat die Polizei darum, die Demonstration aufzulösen und den Platz zu verlassen.
Dem wurde offenbar kein Gehör geschenkt und aus der Mitte der Demonstration sollen Gegenstände auf die Polizei geworfen worden sein. Daraufhin kam es zum Einsatz eines Wasserwerfers und von Tränengas.
Einige Demonstranten sagten u.a. gegenüber Journalisten von VRT NWS, dass die Veranstaltung so lange friedlich verlaufen sei, bis die Polizei diese gewaltsam aufgelöst habe. Ein Beamter soll einen Demonstranten mit seinem Schlagstock geschlagen haben. Ob es zu Festnahmen von Demonstranten kam, ist unklar.
Eine Person, die durch den Einsatz von Tränengas zusammengebrochen war, musste mit dem Notdienst in ein Krankenhaus gebracht werden. Dabei handelt es sich nach Angaben der Presseagentur Belga um eine Studentin, die am Auge operiert werden muss, weil die direkt von einem Wasserstrahl getroffen wurde.

