Der Parteivorsitzende der flämischen Nationalisten N-VA, Bart De Wever, hat in einer VRT-Sendung deutlich gemacht, dass er nach den Wahlen vom kommenden 9. Juni auf keinen Fall eine Koalition mit der rechtsextremen Partei Vlaams Belang eingehen wird.
Bart De Wever ist formell: Seine Partei N-VA lehnt Koalition mit Vlaams Belang kategorisch ab
In einem Gespräch in der demnächst ausgestrahlten VRT 1-Sendung "Eerste keus" (Erste Wahl) sagte De Wever: "Wenn Sie mir die Frage stellen, ob ich mich mit dieser Partei verbunden fühle und ob ich mit ihr eine Regierung bilden könnte, dann ist die Antwort ein klares Nein". Es war das erste Mal, dass De Wever eine Zusammenarbeit zwischen N-VA und Vlaams Belang so eindeutig ausschloss.
„Eerste Keus" ist eine Sendung, in der Erstwähler die Möglichkeit haben, führende Politiker zu Themen zu befragen, die sie interessieren. Die Sendung mit Bart De Wever, die demnächst ausgestrahlt wird, hatte ein Publikum aus einer Sekundarschule in der limburgischen Stadt Hasselt.
De Wever fügte hinzu: "Ich bin mit fast nichts einverstanden, wofür diese Partei steht. Ich mag auch ihren Stil nicht, Dinge zu tun. Wenn Sie mich als Politiker fragen, ob ich mich mit dieser Partei verbunden fühle und ob ich mit ihr eine Regierung bilden würde, dann lautet die Antwort eindeutig Nein".
Es besteht die Chance, dass die N-VA und der Vlaams Belang bei den flämischen Regionalwahlen am 9. Juni die Mehrheit der Sitze erringen werden. In den letzten Monaten wurden führende Vertreter der N-VA oft gefragt, ob sie in diesem Fall eine flämische Regierung mit dem Vlaams Belang eingehen würden.
Die N-VA hat sich dazu bisher nicht eindeutig geäußert. Der derzeitige flämische Ministerpräsident Jan Jambon und der Spitzenkandidat der westflämischen Liste der Partei für das Bundesparlament, Jean-Marie Dedecker, haben in Zeitungsinterviews angedeutet, dass eine Koalition zwischen N-VA und Vlaams Belang nicht ausgeschlossen werden sollte. Die flämische Umweltministerin Zuhal Demir ist bekanntlich eine entschiedene Gegnerin einer Koalition mit der rechtsextremen Partei. Ihr Parteivorsitzender hat nun mit seiner Stellungnahme deutlich gemacht, dass N-VA nicht mit Vlaams Belang regieren wird.
