Zu den Studierenden, die das Kolleg De Valk der KUL, der Universität von Leuven (dt.: Löwen) besetzen, gesellten sich am Donnerstagabend rund 30 Lehrkräfte der Universität. Die Professoren und Dozenten machten so ihre Unterstützung für den Protest der Studenten deutlich. Einige von ihnen blieben den ganzen Donnerstagabend bei den Studenten.
Professoren fordern mit Studenten Beendigung der Zusammenarbeit der KULeuven mit Israel
Karel Arnaut, Professor für Sozial- und Kulturanthropologie, sagte gegenüber Journalisten: "Wir sind vor allem hier, um die Studenten zu unterstützen. Was sie tun, ist bewundernswert. Die Studenten protestieren gegen die 76-jährige Normalisierung der israelischen Apartheid und der ethnischen Säuberung in dem Land. Es ist äußerst schwierig, sich dagegen zu wehren. Die Universität verwendet nie die Begriffe Apartheid oder ethnische Säuberung, es ist noch ein weiter Weg, um den Diskurs zu diesem Thema zu ändern."
Die Studenten fordern, dass die Universität Leuven die Zusammenarbeit mit israelischen Universitäten einstellt. Die jüngsten Äußerungen des Rektors der Universität, Luc Sels, in einem Presseinterview kamen bei den Demonstranten nicht gut an. Der Sprecher der protestierenden Studenten, Niels De Ridder, erklärte gegenüber Journalisten: "Es ist sicher nicht 'einfach', gegen eine Institution zu protestieren, an der man noch keinen Abschluss hat oder an der man promoviert. Die Aussage des Rektors, dass es besser wäre, wenn wir uns an die Regierung wenden würden, ist einfach unfair. Die Universität Leuven spielt in anderen Fachbereichen eine führende Rolle, schweigt aber zu diesem Thema".
Gegen 20:30 Uhr am Donnerstag protestierten rund hundert Aktivisten in der Löwener Innenstadt. Sie skandierten Slogans wie "Freies, freies Palästina", "Schande über die KUL, boykottiert Israel" und "Israel ist ein Apartheidstaat".
