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WWF-Studie: In Belgien könnten sich bis zu 75 Luchse niederlassen

Belgien und einige angrenzende Regionen könnten bis zu 75 Luchsen einen geeigneten Lebensraum bieten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des WWF. Besonders passend sind das Tal der Semois in Südbelgien und Eifel bzw. das Hohe Venn in Ostbelgien. Was könnte eine Rückkehr der Luchse für Mensch und Tier bedeuten? Mindestens ein Luchs lebt inzwischen seit einigen Jahren im Süden des Landes. 

Andreas Kockartz
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Der sogenannte „Eurasische Luchs“ ist in Belgien rund 100 Jahre nicht mehr vorgekommen. Doch im August 2020 nahmen Windkameras im Tal der Semois Bilder eines Luchses auf (Video weiter unten). In den Monaten danach wurden weitere Bilder registriert und auch Spuren des Tieres, wie z.B. Fell. Das bedeutete, dass sich dort tatsächlich ein Luchs niedergelassen hatte. Untersuchungen ergaben, dass es sich dabei um ein Männchen handelt.

Die Natur- und Tierschutzorganisation WWF (World Wildlife Fund) wendete sich danach an das Geographische Institut der >Humboldt-Universität in Berlin mit der Frage, welche Naturreservate oder -regionen in Belgien als Lebensraum für Luchse geeignet sein könnten. Eine weitere Frage war die, wie ein solches Habitat mit möglichen anderen Luchs-Gebieten in den Nachbarländern verbunden sein könnte.

Zwei „Hotspots“ für Luchse in Belgien

Die Untersuchungen der Humboldt-Universität ergaben, dass in Belgien ausreichende Lebensräume für bis zu 75 Luchse geeignet sind. Konkret geht es dabei um 2 „Hotspots“ für Luchse: Das Tal der Semois in den Ardennen im Grenzgebiet zum regionalen „Parc National de la Vallée de la Semois in Frankreich und der Naturpark Hohes Venn bzw. die Eifel in Ostbelgien im Grenzgebiet zu Nordrhein-Westfahlen.

Diese „Hotspots“ liegen in Hügelketten und in dicht bewaldeten Gegenden mit Höhenunterschieden, in denen kaum menschliche Aktivitäten die Luchse stören würden.

(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)

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Das sich ein Luchs im Tal der Semois niedergelassen hat, mag überraschen. Die nächste Luchs-Population befindet sich im deutsch-französischen Grenzgebiet in den Vogesen, etwa 180 km von der Semois entfernt. Im Gegensatz zu den Wölfen, wie weit wandern, um geeignete Reviere zu finden, legen Luchse eigentlich kaum weite Entfernungen zurück.

Wie können sich Luchs-Populationen begegnen?

Damit Luchse einen Weg in die geeigneten Reviere in Belgien finden, müssen laut WWF allerdings ökologische Korridore geschaffen werden. Dazu gehört die Wiederherstellung von Natur und das wird viel Zeit und Arbeit in Anspruch nehmen. Der Naturpark Tal der Semois, übrigens ein Partner des WWF, wird bis 2026 mindestens 100 Hektar Waldrandgebiete und offene Gebiete wieder bewalden.

„Luchse nutzen vor allem den Waldrand um zu jagen“, so Pepijn T'Hooft, der beim WWF für den Wolf und den Luchs zuständig ist. Luchse, so T’Hooft, wären in unseren Breitengraden wichtig für den Erhalt der Biodiversität: „Das kann für eine Verhaltensänderung z.B. bei Rehen führen, die die dringende Verjüngung von Waldgebieten behindern.“ 

(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter) 

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Luchs und Mensch?

Luchse sind sehr scheue Wildtiere und es besteht kaum eine Möglichkeit, dass Menschen diesen Tieren in freier Natur begegnen. Dies unterschiedet sie auch vom Wolf, der inzwischen durch seine Rückkehr in unsere Regionen polarisiert. Luchse sind zwar Raubtiere, doch sie jagen ihre Beute im Wald oder am Waldrand.

„Luchse unterscheiden sich sehr stark von Wölfen und sie greifen niemals Vieh an. Und wenn, dann töten sie höchstens ein oder zwei Tiere. Sie richten also kein Schlachtfeld an“, so Corentin Rousseau, Biologe beim WWF. Und präventive Maßnahmen zum Schutz gegen den Wolf eignen sich bestens zu den eher sehr seltenen Angriffen von Luchsen auf Vieh in der Landwirtschaft.  

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