Am frühen Sonntagabend zog ein schweres Unwetter über die Provinzen Antwerpen und Limburg hinweg. Besonders betroffen waren die limburgischen Städte Maaseik und Genk. Hier gerieten Dächer und Schornsteine nach Blitzeinschlägen in Brand. Am Tag zuvor sorgten schwerste Regenschauern in den Voeren für schlimmere Schäden, als bei den Unwettern Mitte 2021. Inzwischen sinken die Pegelstände der Wasserläufe. Entwarnung wird aber noch nicht gegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen beläuft sich der entstandene Sachschaden auf bis zu 5 Mio. € und dutzende Haushalte können vorläufig ihre Häuser nicht bewohnen.
Flandern: Schwere Unwetter haben vor allem die Provinz Limburg heimgesucht
In Genk und Maaseik sowie später am Samstag auch in Bilzen sorgten heftige Gewitterschauern für übergelaufene Keller und Wohnungen sowie für überschwemmte Straßen. In Maaseik schlug der Blitz in zwei Häuser ein. Bei einem dieser Blitzeinschläge kam es zu einem Brand in einem Dachstuhl.
Die Feuerwehr konnte aber schlimmeres verhindern. Im anderen betroffenen Haus wurde die elektrische Anlage komplett zerstört. Zum Glück kam dabei niemand zu Schaden. Vereinzelt kam es zu Stromausfällen. Feuerwehr und Notdienste mussten dutzende Male ausrücken.
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In der Provinz Antwerpen waren vor allem Hoogstraten und Wortel betroffen. Hier sorgen extreme Regenschauern für überflutete Straßen und Plätze. Die Feuerwehr musste rund 20 Mal ausrücken, um Keller leer zu pumpen. Doch so schlimm wie in Limburg war es hier nicht.
Voeren schwer getroffen
In der Nacht zum Samstag wurden die Voeren im regionalen Dreieck zwischen den Provinzen Limburg, Lüttich und Südlimburg in den Niederlanden besonders schwer von Unwettern getroffen. Hier fielen lokal bis zu 100 Liter Regenwasser pro Quadratmeter. Die Wasserläufe der Berwijn konnten die Regenmassen nicht aufnehmen und nach anhaltendem Regenwetter in den vergangenen Wochen stehen die Grundwasserpegel in dieser Region aktuell sehr hoch. Dies sorgte ebenfalls für schwere Überschwemmungen, die teilweise schlimmer waren, als die Wasserbombe Mitte Juli 2021.
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Am schwersten betroffen war hier die kleine Ortschaft Moelingen, eine Teilgemeinde von Voeren. Hier kam es nach Ansicht von Fachleuten „zu den schwersten Überflutungen seit je her.“ Am Samstag besuchten Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD), Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V), Flanderns Landeschef Jan Jambon (N-VA) und die flämische Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) den Ort.
Dabei sagte MP Jambon: „Hier ist es bereits zur Verbreiterung der Ufer gekommen, sonst wäre diese Katastrophe schlimmer gewesen. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass dies hier als Katastrophe anerkannt werden wird. Schäden, die nicht von den Versicherungen gedeckt werden, werden von den Behörden gedeckt.
Schienenverkehr eingeschränkt
Das Unwetter sorgte auch dafür, dass die Bahnlinie zwischen Lüttich und Maastricht unterbrochen werden musste. Zwischen dem Grenzort Visé und Maastricht ist rund 1 Kilometer Gleis unterspült, denn diese Strecke führt unmittelbar an der schwer getroffenen Ortschaft Moelingen vorbei.
Das gesamte Gleisbett war von den Wassermassen unterspült worden und Bahninfrastuktur-Dienstleister Infrabel muss dies komplett erneuern. Es wird davon ausgegangen, dass dies rund eine Woche dauern wird. Die niederländische Eisenbahngesellschaft NS bietet jetzt zwischen Visé und Maastricht mit Bussen Schienenersatzverkehr an.
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Zusammenarbeit mit der Wallonie
Die Uferverbreiterungen an der Berwijn in Moelingen, die die Flämische Umweltgesellschaft vorgenommen hat, können nur bei leichteren Überschwemmungen helfen. Es muss demnach auch etwas in der benachbarten Wallonie unternommen werden, wo die Berwijn herkommt.
Dafür macht sich jetzt Premier De Croo stark, der sich mit den wallonischen Regionalbehörden zusammensetzen wird: „Die Dinge verändern sich. Die Intensität des Wassers nimmt zu. Wir haben dies schon vor einigen Jahren gesehen und wir sehen das jetzt auch. Wir müssen unsere Wasserpolitik anpassen. Flandern macht das schon, doch das Wasser stoppt nicht an der Grenze Flanderns. Der größte Teil des Wassers der Berwijn kommt aus der Wallonie und darum müssen wir bessere Absprachen zwischen der Wallonie und Flandern treffen. Da möchte ich auf föderaler Ebene bei helfen.“

