Belgiens scheidender Premierminister Alexander De Croo (Foto) von den flämischen Liberalen Open VLD holte bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei mit schwerem Geschütz gegen die nationaldemokratische N-VA aus. Deren Wirtschafts- und Agrarpolitik sei schlimmer gewesen, „als die von allen Grünen zusammen.“
Wahlen ’24: Premier De Croo kritisiert die Wirtschafts- und Agrarpolitik der N-VA
Bei einer Wahlkampfveranstaltung der flämischen Liberalen Open VLD auf einem Milchviehhof in Ostflandern kritisierte (Noch)Premier De Croo die flämische Landwirtschaftspolitik scharf. Ein Problem in Flandern sei die „Regulitis“. In diesem belgischen Bundesland müssten sich die Bauern und die Agrarunternehmen an zu viele Regeln halten: „Heute herrscht hier ein Regime des Misstrauens, in dem jeder Schritt mit Fotos dokumentiert werden muss. Die flämischen Beamten inspizieren non-stop. Das Ruder muss radikal umgeschmissen werden.“
Eigentlich ist die Partei De Croos seit Jahren mit der N-VA in der Mehrheit im belgischen Bundesland Flandern, doch gerade gegen diesen Koalitionspartner richtet sich die Kritik des flämischen Liberalen: „Ich höre die N-VA sagen, dass die grüne Ideologie am schädlichsten von allen ist, doch die wirtschaftliche und die landwirtschaftliche Politik, die diese Partei in ihrer flämischen Regierung geführt hat, ist schlimmer gewesen, als die aller Grünen zusammen.“
N-VA-Parteichef Bart De Wever habe Umweltministerin Zuhal Demir zu viel und den Landwirten und Unternehmern zu wenig Freiheit gegeben. De Croo fordert für Flandern eine andere politische Richtung, in der es nicht sein dürfe, dass ein Minister wie „ein römischer Kaiser“ herrscht und befiehlt, „wann ein Bauer säen und ernten darf.“ Die Open VLD wiederholte einmal mehr, dass sie sich dem Naturwiederherstellungs-Gesetz der EU weiter widersetzen werde.
