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Inland
Wirtschaft

Kaufkraft-Zunahme während der Regierungszeit der Vivaldi-Koalition

Die Kaufkraft hat während der Regierungszeit der Vivaldi-Koalition von Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) durchschnittlich um 1,4 Prozent zugenommen. Das geht aus einer Studie der Universität Gent hervor. Geringverdiener dagegen mussten eine Kaufkraftabnahme hinnehmen.  

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Ökonomen der Universität Gent nahmen die Entwicklung der Kaufkraft für den Zeitraum Oktober 2020-März 2023, also die Regierungszeit der Vivaldi-Koalition, unter die Lupe. Sie untersuchten 900 000 Bankdaten belgischer Familien. Das Ergebnis: Die Kaufkraft nahm in diesem Zeitraum um 1,4 Prozent zu. In den Jahren 2021 und 2022 gab es insgesamt eine Zunahme von 3,2 Prozent. 2023 ging die Kaufkraft um 1,8 Prozent zurück.

Bei Geringverdienern stellen die Ökonomen eine Abnahme fest. Hier gab es eine Senkung um 2,7 Prozent.  Bei dieser Gruppe schwanken die Werte auch am deutlichsten: 2021 und 2022 gab es eine erhebliche Zunahme, während im Jahr 2023 die Kaufkraft um 7 Prozent zurückging. Auch für dieses Jahr stellen die Wissenschaftler eine Abnahme der Kaufkraft bei Geringverdienern fest. Das hängt unter anderem mit Umstrukturierungen in großen Unternehmen und der damit verbundenen Kurzarbeit zusammen. 

Fehleinschätzungen

Die Abnahme im Jahr 2023 ist auf eine Fehleinschätzung zurückzuführen. „2022 und 2023 hat man die Inflationsraten überschätzt, weil die Energiepreise laut den damaligen Statistiken durch die Decke gehen würden. Letztendlich wurden die Rechnungen teurer, aber nicht in dem Maße, wie man vorher eingeschätzt hatte. Durch die automatische Indexierung haben alle auf Basis der ersten Einschätzungen eine Lohnerhöhung bekommen“, sagt Ökonom Gert Peersman. Im Jahr 2023 war das Umgekehrte der Fall. „Nun wurde die allgemeine Inflation unterschätzt, weshalb wir alle zu wenig Gehalt erhielten.“

Die Ökonomen sind der Ansicht, dass die wirtschaftliche Lage dazu beiträgt, dass die antipolitischen Gefühle größer werden und radikale Parteien mehr Zustimmung bekommen. Sie schlagen nun vor, die Kaufkraftschwankungen abzufedern, indem der Konsumentenpreisindex fortan anhand der tatsächlich gezahlten Energiepreise statt der Vorhersagen berechnet wird.  

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