In Maasmechelen in der flämischen Provinz Limburg ist das erste aus Recyclingmaterial entstandene Windrad aufgestellt worden. Die Anlage wurde aus Bauteilen von ausgemusterten Windkraftanlagen in den Niederlanden und in Österreich hergestellt und wird der Waffelfabrik World Cones grüne Energie liefern.
Das erste Second-Hand-Windrad Belgiens wird in Maasmechelen aufgebaut
„Das ist das erste zirkuläre Windrad in den Benelux-Ländern“, so der Projektmanager Peter Vercruyssen von der Windkraftfirma Groep Bolckmans (eigentlich ein Immobilienunternehmen aus Brecht in der Provinz Antwerpen). Konkret handelt es sich hier demnach um das erste aus Recyclingmaterial hergestellte Windrad in Belgien.
Interessant dabei ist, dass die Anlage aus Teilen von Windkraftanlagen entstanden ist, die im Ausland - aus den Niederlanden kommt der Mast und in Österreich wurden die Rotoren und der Generator angeschafft - ausgemustert und durch neue Installationen ersetzt wurden.
Neue Windräder sind heute bis zu 200 Meter hoch, doch die Anlage im Industriegebiet Oude Bunders in Maasmechelen ragt nur 125 Meter in die Höhe. Die gebrauchten Bauteile wurden beim Unternehmen Business in Wind in Barneveld bei Rotterdam generalüberholt und können jetzt bis zu 20 Jahre lang weitergenutzt werden.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Günstigere Wahl
Generell sind Windräder nach 15 bis 25 Jahren abgeschrieben. Das bedeutet auch, dass Aufbau und Nutzung von solchen Anlagen auf Basis von gebrauchten Bauteilen günstiger sind, wie Projektmanager Vercruysse andeutete: „Ein Second-Hand-Windrad ist etwa um die Hälfte billiger als eine neue Windmühle. Und sie ist viel schneller CO2-neutral als eine neue.“
Die Produktionskapazität dieser Anlage hier liegt bei 97 % einer Neuanschaffung. Nach Angaben der Groep Bolckmans ist die Investition von gerade einmal 2,7 Mio. € in 6 bis 8 Jahren hereingeholt und die Mieter einer solchen Anlage sparen in dieser Zeit bis zu 120.000 € bei ihrer Stromrechnung.
Niedrigere Anlagen, wie diese hier, bekommen auch leichter eine Betriebsgenehmigung von den betroffenen Gemeinden, auch weil sie nicht so hoch sind, wie ganz neue und den heutigen Ansprüchen entsprechende Anlagen.
