Nach dem Ende 2024 in Antwerpen der erste Schlepper mit Wasserstoffantrieb präsentiert werden konnte, stellten die Hafenbehörden am Dienstag einen Schlepper vor, der auf Methanol läuft, die „Methatug“ (Foto). Der Port of Antwerp-Bruges prüft seit einiger Zeit bei Schiffen und bei der Bahn die Nutzbarkeit von nachhaltigen Treibstoffen. Und hier könnte auch Methanol eine Rolle spielen.
Der Antwerpener Hafen stellte den weltweit ersten Schlepper vor, der mit Methanol angetrieben wird
Noch wird die „Methatug“ mit sogenanntem „grauen“ Methanol angetrieben. Dazu werden noch fossile Kraftstoffe angewendet, wie z.B. Erdgas. Mittelfristig soll der Schlepper aber auch mit „grünem“ und/oder „blauem“ Methanol fahren können. Beim „grauen“ Methanol wird immer noch CO2 freigesetzt, doch der Ausstoß von Ruß und Stickstoffoxyden ist deutlich niedriger, als bei Diesel.
"Grüner" Methanol ist eine Kohlenstoff-Verbindung, die noch für ein wenig Schadstoffausstoß sorgt, aber der Kohlenstoff kommt dabei nicht aus fossilen Brennstoffen, sondern wird aus der Luft gewonnen.
Bei der „Methatug“ ist der Dieselmotor des Schleppers zu einem „dual fuel-Motor“ umgebaut worden. Dieser Motor läuft auf einem Gemisch von Methanol und klassischem Treibstoff. Trotzdem bleibt das Schiff mit seinen rund 30 Metern länge kräftig und kann 50 Tonnen ziehen.
„Dies ist ein entscheidender Schritt im Zuge unserem Bemühungen, unsere eigene Flotte grüner zu machen“, so Jacques Vandermeiren, der CEO des Port of Antwerp-Bruges: „Weltweit sind etwa 30.000 Schlepper im Einsatz. Es ist jetzt an deren Betreibern, unserem Beispiel zu folgen.“
Teil eines europäischen Projekts
Diese Weltpremiere ist für den Hafen von Antwerpen ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen und CO2-neutralen Hafen. Die „Methatug“ ist Teil des europäischen FASTWATER-Projekts, dass Methanol als Kraftstoff der Zukunft erforscht.
Partner beim Umbau des Schiffes waren die Genter Universität (UGent) und der belgische Motorenbauer Anglo Belgian Corporation (ABC) mit Sitz in Gent. An dem Projekt waren auch Unternehmen aus Schweden, Kanada und Deutschland beteiligt. Die deutsche Firma Heinzmann passte bei dem Umbau die Einspritzventile an.
