Zum Hauptinhalt springen
Hallepoort

Das Hallepoort-Museum in Brüssel setzt auf das immaterielle Kulturerbe

Das Hallepoort-Museum setzt einen neuen Schwerpunkt und will dafür sorgen, dass das immaterielle Kulturerbe von Brüssel in den Fokus von vor allem den jüngeren Generationen gerückt wird. Dieser Teil der Geschichte sei wertvoll und müsse am Leben gehalten werden, so Ans Persoons (Vooruit.brussels), Brüssels regionale Staatssekretärin für das Kulturerbe. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Es geht hier um Essen und Trinken, aber auch um Traditionen und um Folklore“, so Staatssekretärin Persoons. Ende April unterzeichneten die Stadt Brüssel, die Region Brüssel-Hauptstadt und die belgische Bundesregierung ein Kooperationsabkommen, das zum Ziel hat, dass dem Hallepoort-Museum neues Leben eingeblasen werden kann. Vor nicht allzu langer Zeit stand das Museum vor einer unsicheren Zukunft.

Die historischen Gebäude seien wichtig und müssen geschützt werden, so die Staatssekretärin, „aber wir müssen auch unser immaterielles Kulturgut schützen, denn dieses hat auch seinen Wert. Wir wollen das mit unserer Arbeit auch an die jüngeren Generationen weitergeben.“

Schaufenster für Esskultur und folkloristische Traditionen

Das Museum, dass sich in erster Linie der Geschichte des Mittelalters in und um Brüssel kümmert (das Hallepoort ist das letzte mittelalterliche Brüsseler Stadttor), bekommt jetzt eine neue Rolle zugewiesen und wird zum Schaufenster für immaterielles Kulturgut.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Hallepoort im Mittelalter

Das Museum legt demnach einen neuen Fokus auf Essen und Trinken, zum Beispiel auf Chicorée, auf das Geuze-Bier oder auf die hier „Smoutebollen“ genannten Schmalzkugeln, Teigkugeln, die in ÖI gesiedet werden. „Wir haben bei den Traditionsvereinen und bei Leuten, die sich mit dem Kulturerbe beschäftigen, eine Umfrage gemacht, die wir auch auf zufällige Passanten, Brüsseler und Touristen ausgeweitet haben. Wir wollten wissen, was sie hier für wichtig halten“, so Staatssekretärin Persoons. Dabei kamen auch bekannte Traditionen, wie der „Ommegang“ und seine Geschichte oder das „Meiboom“-Aufsetzen, einmal mehr auf den Tisch.

Kooperationen mit anderen Mitspielern in Brüssel

Das Hallepoort-Museum wird in Zukunft mit den anerkannten Brüsseler Geschichts- und Traditionsvereinen zusammenarbeiten, wie zum Beispiel mit der Vereinigung „Palast von Kaiser Karel“. Diese Vereinigung betreibt den Palast des Kaisers am Brüsseler Koudenberg. Zu den neuen Partnern gehört dann auch das Königliche Museum für Kunst und Geschichte von Brüssel.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Geuze-Bier gibt's nur im Original in und um Brüssel herum - Auch dieser Geschichte soll sich das Hallepoort-Museum widmen

In einer ersten Instanz werden in den verschiedenen Gebäuden Tastings mit traditionellen Speisen und Getränken aus der Hauptstadt-Region organisiert aber auch Kulturerbe-Klassen für Jugendliche. Das Ganze wird einen interaktiven Rahmen haben, womit man zeitgemäße Museumspädagogik aufgreifen möchte.

"Hallepoort 2.0"

Die beteiligten Einrichtungen, auch die neben dem Hallepoort-Museum, erhoffen sich von dieser neuen Kooperation und der entsprechenden zeitgemäßen Herangehensweise neue Impulse und auch steigende Besucherzahlen: „Wir wollen, dass uns alle Brüsseler Besuchen.“

Das Projekt „Hallepoort 2.0“ steht noch in den Startlöchern und es wird noch an der Umsetzung gearbeitet. Nicht zuletzt werden auch bauliche Arbeiten dazugehören, wie eine Renovierung der Dachkonstruktionen des Hallepoort-Museums. Und es wird konkret darüber nachgedacht, wie man das immaterielle Kulturerbe Brüssels adäquat in einem mittelalterlichen Rahmen präsentieren kann. In einigen Jahren wird das Projekt dem Museum einen neuen und hoffentlich dynamischeren Rahmen verleihen.  

Info: www.hallegatemuseum.be  

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5