Die flämische Freie Universität Brüssel (VUB) will aus einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt über Künstliche Intelligenz (KI) aussteigen, an dem auch Einrichtungen aus Israel beteiligt sind. Dies teilte die Uni nach einem negativen Gutachten der ethischen Kommission mit. Auch andere VUB-Projekte mit israelischer Beteiligung stehen auf dem Prüfstand.
Brüsseler VUB-Uni steigt aus KI-Forschungsprojekt aus, an dem Einrichtungen aus Israel beteiligt sind
Die VUB hat unlängst beschlossen, nach der Eskalation in Gaza alle laufenden Forschungsprojekte mit israelischer Beteiligung zu prüfen und eventuell zu verlassen. Insgesamt wurden und werden 7 Projekte gescreent. Aus einem gemeinsamen KI-Projekt ist die flämische Universität von Brüssel bereits ausgestiegen.
„Wir wollen hiermit vollständige Transparenz über unsere Zusammenarbeiten innerhalb des europäischen Horizon-Programms bieten, mit dem die Europäische Union Forschung finanziert. Daran können auch israelische Einrichtungen teilnehmen“, so VUB-Rektor Jan Danckaert diese Woche. Die VUB unterstreicht, dass sie keine bilaterale Kooperation mit Israel unterhält.
Negatives Gutachten
Die VUB prüft ihre Kooperationen auf 3 Ebenen:
Ist das Land oder die Region in einen Konflikt verwickelt?
Welches ist die Position der Einrichtungen zum Regime und zum Konflikt?
Um welche Art Forschung handelt es sich und können die Resultate für militärische Zwecke ge- oder missbraucht werden?
Auf Basis dieser Kriterien hat die ethische Kommission der VUB dem KI-Projekt ein negatives Gutachten ausgestellt und dies sei mit den ethischen Werten der Universität nicht vereinbar, so Rektor Danckaert: „Durch die Art der Forschung kann diese möglicherweise auch für militärische Zwecke missbraucht werden.“
Eine Beendigung einer solchen Kooperation muss mit der finanzierenden EU-Kommission besprochen werden, ist also kein leichtes Unterfangen für die VUB. Die oben genannten Ausschlusskriterien können auch ein Grund dafür sein, so Danckaert, dass man kritische und unabhängige Wissenschaftler aus und in Israel unterstützt: „Wir dürfen Einrichtungen in Israel und israelische Wissenschaftler nicht mit ihrer Regierung über einen Kamm scheren.“
