Für die Elf aus Brügge ist die prächtige Heilig-Blut-Prozession, die auf Christi-Himmelfahrt durch die Stadt zieht, sicher nur ein schmaler Trost. Wegen der hochheiligen Tradition hatte Club Brugge sein historisches Halbfinale in der Conference League bereits am Mittwochabend gegen Fiorentina gespielt und verloren, wie man inzwischen weiß. Die Stadt Brügge konnte und wollte das Halbfinale, das traditionell an einem Donnerstag gespielt wird, nicht mit der Prozession zusammen organisieren.
Heilig-Blut-Prozession in Brügge oder warum Club Brügge das historische Halbfinale schon Mittwochabend verlor
Die Prozession mit einer Reliquie des Blutes von Jesus Christus findet schon seit 1304 statt. Rund 1800 Darsteller und Statisten in historischen Kostümen führen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament auf. Jedes Jahr besuchen über 40.000 Schaulustige das Ereignis, das seit 2009 auf der Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO steht.
In diesem Jahr fiel das lokale Großereignis ausgerechnet mit einem anderen historischen Ereignis zusammen: Club Brugge war erstmals seit Jahrzehnten wieder in ein internationales Halbfinale geraten, das traditionell an einem Donnerstag ausgetragen wird. Die UEFA hatte auf Anfrage der Stadt und des Clubs ein Einsehen und verlegte das Fußballspiel auf den Mittwoch.
Leider nicht mit dem erhofften Ergebnis für den lokalen Club und seine Fans: Fiorentina gewann mit 2:1 in Brügge.

