Im vergangenen Jahr sind 73.870 Personen in eine andere Region (Flandern, Wallonien oder Brüssel-Hauptstadt) innerhalb Belgiens umgezogen. Das geht aus Zahlen des Verbandes der niederländischsprachigen Immobilienmakler (CIB) hervor.
2023 sind in Belgien so viele Leute wie nie zuvor von einer Region in eine andere umgezogen
Am stärksten war die Abwanderung in Brüssel, wo im letzten Jahr insgesamt 37.613 Leute weggezogen sind. „Die meisten Brüsseler ziehen nach Flandern oder in die Wallonie um, weil sie dort mehr für ihr Geld bekommen. Häuser sind in Brüssel viel teurer, manchmal kosten sie sogar bis zu einem Drittel mehr", erklärte Kristophe Thijs, Sprecher der CIB.
Wer Brüssel verlässt, zieht vor allem in den grünen Stadtrand, in die Provinz Flämisch Brabant oder Wallonisch Brabant. Man will die Bindung zu Brüssel nicht verlieren, so der CIB-Sprecher.
Während die Hauptstadt mehrere Tausende Einwohner an andere Orte in Belgien verlor, zogen im letzten Jahr 10.856 Flamen und 8.532 Wallonen nach Brüssel. „Diese Personen suchen in erster Linie die Nähe zu ihrem Arbeitsplatz“, analysiert Kristophe Thijs.
Obwohl die Einwohnerzahl in Brüssel stetig steigt und seit der Gesundheitskrise durch das Coronavirus immer mehr Flamen und Wallonen in die Stadt ziehen, setzt sich die Stadtflucht in der Hauptstadt fort. So hat Brüssel im Jahr 2023 18.225 Einwohner an die beiden anderen Regionen verloren, gegenüber 13.858 im Jahr 2011. Diese Zahl ist jedoch seit 2021 stabil geblieben.
Schließlich haben sich im letzten Jahr 7.496 Flamen für ein Zuhause in der Wallonie entschieden, während 9.373 Wallonen nach Flandern zogen. „Die Flamen, die sich in der Wallonie niederlassen, tun dies hauptsächlich wegen der niedrigeren Immobilienpreise“, schließt Kristophe Thijs.
