Priester Rik Devillé, der sich für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche einsetzt, fordert Erzbischof Luc Terlinden dazu auf, zurückzutreten. Auf der Bewerberliste für den bischöflichen Beirat stehen drei Priester, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Das Erzbistum gesteht ein, dass „ein großer Fehler“ gemacht wurde.
Rik Devillé fordert Rücktritt von Erzbischof Luc Terlinden, nachdem Priester, die sexuellem Missbrauch überführt wurden, für bischöflichen Beirat kandidierten
Am Dienstag bestätigte Devillé, dass auf der flämisch-brabantischen Bewerberliste für den Beirat des Erzbistums Mechelen-Brüssel „mindestens drei“ bekannte Straftäter zu finden sind, denen sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. Mitglieder eines solchen Beirats stehen dem Erzbischof als Ratgeber zur Seite. „Es sind inzwischen sechs Monate seit der Ausstrahlung der VRT-Serie Godvergeten vergangen und sogar der parlamentarische Untersuchungsausschuss hat seine Arbeit bereits abgeschlossen. Und noch immer trauen sich der Erzbischof und sein Hilfsbischof, bekannte Täter sexuellen Missbrauchs anzupreisen“, so Devillé.
Administrativer Fehler
Das Erzbistum gibt zu, einen „sehr großen“ Fehler gemacht zu haben. „Wir entschuldigen uns bei allen Opfern und bei allen, die sich hierdurch verletzt fühlen“, sagt Geert De Kerpel, Sprecher des Erzbischofs. „Alle Priester sind wahlberechtigt und werden automatisch in die Bewerberliste eingetragen. Die betreffenden Priester haben eine Vereinbarung mit den Opfern und die ist natürlich nicht öffentlich.“ De Kerpel spricht von einem administrativen Fehler, der aber nicht zu entschuldigen sei.
Rik Devillé erwartet nun, dass das Erzbistum Konsequenzen zieht und Terlinden sein Amt abgibt. „Vor kurzem ist ein Justizminister wegen Fehlern eines Mitarbeiters zurückgetreten. Wenn Terlinden konsequent ist, tut er das nun auch. Das gehört sich in einer demokratischen Gesellschaft.“ Hoffnungen auf grundlegende Veränderungen in der Kirche hat Devillé aufgegeben. „Das ist eine Welt, in der man aus vergangenen Fehlern keine Lehren zieht.“
