Das Deutschcafé feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum. Seit 2009 organisiert die von der Universität Antwerpen unterstützte Kulturinitiative Veranstaltungen für ein belgisches Publikum, das an der deutschen Sprache und Kultur interessiert ist. Flanderninfo beleuchtet hier die Geschichte der für die deutschsprachige Kultur in Flandern bedeutungsvolle Initiative.
Das Deutschcafé wurde im Studienjahr 2008-2009 von den Dozierenden Eva Steindorfer, Margret Oberhofer und Arvi Sepp gegründet. Die beiden letztgenannten Initiatoren sind immer noch dabei und werden von verschiedenen Mitarbeitern der Universität Antwerpen unterstützt. Die Veranstaltungen des Deutschcafés finden daher auch immer rund um das Antwerpener Universitätsgebäude statt.
In all den Jahren wurden Dutzende Kulturabende veranstaltet und tausende Besucher erreicht. Das große Interesse am Deutschcafé schlägt sich auch in der Anzahl der Abonnenten nieder: Mehr als 700 Leute meldeten sich bereits für den Newsletter an.
Prominenz
Kern der Veranstaltungen bilden Vorträge von Gästen aus der Politik, Literatur oder Wissenschaft. Der Fokus liegt oft auf Vorträgen über Minderheitengeschichten – sei es sprachlich, religiös oder gesellschaftlich. In den letzten Jahren hat man sich über längere Zeit einem bestimmten Themenbereich gewidmet. So gab es die Veranstaltungsreihen „Schreiben“, „Gegen den Hass“ und „Stadträume“.
Einer der prominentesten Gäste, der sogar zweimal das Deutschcafé besuchte, ist der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Oliver Paasch. Er reflektierte als Ostbelgier über das politische System in Belgien. Im Jahr 2016 stattete der österreichische Botschafter Jürgen Meindl dem Deutschcafé einen Besuch ab, um über die damalige Flüchtlingskrise in Europa zu sprechen (Foto unten). 2021 kam Martin Kotthaus, der deutsche Botschafter in Belgien, zur „Podiumsdiskussion zur deutschen Sprache“, die in Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft organisiert wurde. Auch Gäste aus der literarischen Szene sind oft auf der Deutschcafé-Bühne zu sehen, wie zum Beispiel der flämische Schriftsteller Bart Moeyaert.
Wissenschaftskommunikationspreis
Die Leute, die sich für die Veranstaltungen anmelden, sind nicht nur Flamen, die sich für deutsche Themen oder die Sprache von Goethe und Schiller interessieren. Auch deutschsprachige Besucher kommen immer wieder vorbei und sind eine willkommene Unterstützung für die Nicht-Muttersprachler, die den Veranstaltungen beiwohnen. Genau dieser Austausch zwischen Deutsch- und Niederländischsprachigen ist das zentrale Anliegen der Initiative. Besucher verschiedenster Hintergründe treffen sich nach dem Vortrag in einer Kneipe oder in der Universitätsbar, wo sie ungezwungen ins Gespräch kommen können. Für das ganze Unterfangen erhielt das Deutschcafé 2017 den Wissenschaftskommunikationspreis der Königlich Flämischen Akademie.
Auf der Website des Deutschcafés werden Sie über zukünftige Veranstaltungen auf dem Laufenden gehalten. Der Eintritt ist immer gratis.
