An der Genter Universität (UGent) haben am Montagmorgen die angekündigten Proteste gegen die Zusammenarbeit der Einrichtung mit israelischen Instanzen begonnen. Zwei Studentenverbände sind der Ansicht, dass die UGent in Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Israel und der Hamas, dessen Opfer die palästinensische Zivilbevölkerung sei, ein deutlicheres Signal geben müsse. Die Universitätsleitung solle erklären, wann sie die Zusammenarbeit mit Israelischen Einrichtungen beenden werde.
Am Freitag teilte der Verwaltungsrat der Universität mit, dass sie an der derzeit geltenden Menschenrechtspolitik des Hauses festhalte und keine Ausnahme für Israel machen werde. Man wolle im Laufe der Woche verdeutlichen, warum die Uni in den letzten Jahren bestimmte Formen der Zusammenarbeit mit Israel positiv oder negativ bewertet habe.
Inzwischen haben sich rund 500 Studierende und Mitarbeiter der UGent, darunter sogar 40 Professoren, den Protesten angeschlossen oder sich hinter der Besetzung des Unigebäudes UFO für die Dauer von 3 Tagen gestellt. Dies ist aus einem offenen Brief ersichtlich, den die Protestierenden an die Universitätsleitung richten.
Die Unterzeichner des Briefes stellen fest, dass die UGent finanzielle Belange für wichtiger erachtet, als die Menschenrechte. Sie fordern, dass die Uni alle in Zukunft geplanten Kooperationen mit israelischen Universitäten aussetzt und dass sie zu einem unmittelbaren Waffenstillstand im Gazastreifen aufruft.
Die Universität lässt die Demonstranten und Besetzer, rund 100 an der Zahl, gewähren. Es wurden im Vorfeld einige Absprachen getroffen. Mobiliar darf nicht verschoben werden und es darf nicht zu Beschädidungen kommen. Andernfalls werde die Polizei angerufen.
Ganz nebenbei und unabhängig vom Konflikt Isael-Hamas fordern die Studierenden auch, dass die UGent der Nachhaltigkeit mehr Aufmerksamkeit widmet und dass sie in Zukunft „fossilienfreie“ Investitionen vornehmen soll.
