In den vergangenen 6 Monaten wurden vor der belgischen Nordseeküste mindestens 5 nicht-militärische Schiffe registriert, die die Sicherheitsbehörden in Zusammenhang mit Spionage bringen. Das Amt für maritime Sicherheit geht sogar davon aus, dass ein großes russisches Fischerboot an der Sabotage eines Unterwasserleitung vor der Küste Finnland beteiligt war. Bewiesen ist das nicht und die Reederei will nichts damit zu tun haben.
Fünf mögliche Spionageschiffe innerhalb eines halben Jahres vor der belgischen Küste registriert
„Spionage ist heute schwieriger zu detektieren. Wo früher vor allem Forschungsschiffe oder Militärschiffe genutzt wurden, sehen wir jetzt öfter nicht-militärische Schiffe“, so Thomas De Spiegelaere, der Sprecher des Amtes für maritime Sicherheit: „Dabei handelt es sich zum Beispiel um Handelsschiffe oder um Schiffe, die so aussehen. Das können auch Fischereifahrzeuge sein. Das macht es nicht einfacher, die zu enttarnen. Aber, wir sehen, dass sie plötzlich etwas langsamer fahren.“
Beim Kabinett von Bundesjustiz- und Nordseeminister Paul Van Tigchelt (Open VLD) bestätigt man diese Entwicklung. Chinesische Baggerschiffe haben zum Beispiel mitunter neben dem wirtschaftlichen Statut auch eine militärische Nutzung. Das Ministerium gab ein Beispiel: „Noch vor kurzem stellte der Maritime Informations-Knotenpunkt (MIK) Fischerboote in der irischen See fest, die über Unterwasserkabeln fuhren oder fischten.“
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Norebo
Umstritten ist zum Beispiel die russische Reederei Norebo mit ihren rund 40 Fischereischiffen, die dem Oligarchen Orlov Vitalii Petrovich gehört. Hier wird allerdings vermutet, dass sich diese Schiffe nicht nur mit der Fischerei beschäftigen. Die „Taurus“ (Foto) soll in der Nordsee 2022 „ungewöhnliche Manöver“ getätigt haben, als dort amerikanische U-Boote unterwegs waren.
Auch die „Kapitän Sokolow“, die für die Norebo-Reederei unterwegs ist, steht im Verdacht, für Spionagetätigkeiten eingesetzt zu werden. Thomas De Spiegelaere sagt, dass dieses Schiff eines de größten Schiffe dieser Reederei sei: „Das ist ein Schiff mit sehr viel Technologie an Bord, die sowohl für die Fischerei, als möglicherweise auch für Spionageaktivitäten genutzt werden kann.“
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Gegensteuern?
Gegen Spionage auf hoher See vorzugehen, ist kein einfaches Unterfangen, denn dazu besteht international kein greifendes Regelwerk. Außerhalb von 12 nautischen Meilen vor einer Küste gilt die Freiheit der Schifffahrt.
„Es gibt allerdings einige EU- und nationale Regeln, die Maßnahmen vorschreiben, mit denen die kritische Infrastruktur gegen Spionage geschützt wird“, heißt es dazu bei den Sicherheitsbehörden. Man versuche, alle potentiellen Spionageschiffe im Vorfeld zu identifizieren. Auch die Häfen werden gegen mögliche Spionage geschützt.
Aktuell gelten für die Einfuhr von Fisch aus Russland keine EU-Sanktionen. Dies, so das belgische Nordseeministerium, müsse auf europäischer Ebene beschlossen werden. Russischer Fisch kommt vor allem über niederländische Nordseehäfen nach Europa, wie das dortige Rechercheprogramm „Pointer“ von KRO-NCRV meldet.
