In Brügge hat in dieser Woche ein Prozess gegen einen ehemaligen Schleusenwärter begonnen. Die Justiz wirft dem Mann vor, vor zwei Jahren mehrere Schleusen geöffnet zu haben. Damals konnte eine Überflutungskatastrophe nur knapp vermieden werden. Der Angeklagte weist jede Schuld von sich.
Prozess in Brügge: Hat ein Schleusenwärter absichtlich mehrere Schleusen geöffnet?
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni 2022 wurden 6 Schleusen, die von der Schleusenwart „De Nieuwe Polder Van Blankenberge“ gestellt werden, geöffnet und es wurden die Pumpen in Gang gesetzt. Der damalige Schleusenmeister entdeckte die Sabotage zufällig und konnte nur knapp eine Katastrophe verhindern.
Ohne dessen Reaktion hätte das gesamte Küstengebiet zwischen Zeebrügge und Bredene bis zu 2 Metern unter Wasser stehen können. Die Ortschaften De Haan, Zuienkerke, Blankenberge und Wenduine wären überschwemmt worden. Rasch geriet der Verdächtige, ein Vetter des Schleusenmeisters, in den Fokus der Untersuchung des Vorgangs.
Indizien
Anhand der Erkennung seiner Autonummer durch APNR-Kameras und seines Mobilfunk-Signals konnte ermittelt werden, dass der Mann zur Tatzeit an den Schleusen von Blankenberge, Zeebrügge, Varsenare, Bredene und Jabbeke gewesen ist. Bei Verhören hatte sich der Verdächtige selbst widersprochen, weist jedoch jede Schuld von sich.
Fakt ist, dass der Angeklagte über alle Zugangsschlüssen verfügt. Nur in einem Fall ist eine Türe einer Schleusenkabine aufgebrochen worden. Der Prozess wird mindestens bis September laufen. Warum der Verdächtige die Schleusen geöffnet haben soll, ist völlig unklar.
