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Inland
Justiz

Wegen 5-fachen Mordes verurteilter “Diakon des Todes“ kommt nach 10 Jahren wegen seiner Gesundheit frei

Ivo Poppe, auch als “Diakon des Todes” bekannt, hat das Gefängnis aus medizinischen Gründen verlassen. Das schreibt die Regionalzeitung De Krant van West-Vlaanderen und wird von seinem Anwalt bestätigt. 2018 war Poppe wegen fünf Morden zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. Die Untersuchungshaft mit gerechnet verbrachte er zehn Jahre hinter Gittern.

Martina Luxen
Veröffentlicht:

2018 war der ehemalige Diakon aus Wevelgem (Provinz Westflandern) wegen fünffachen Mordes zu 27 Jahre Gefängnis verurteilt worden.  Jetzt, sechs Jahre später, darf er das Gefängnis verlassen. Das schreibt De Krant van West-Vlaanderen und wird von seinem Anwalt Filip De Reuse bestätigt.  

Rückblick

Der Fall kommt Ende 2013 ins Rollen, als Ivo Poppe seinem Psychiater anvertraut, dass er das Leben von „Dutzenden von Patienten“ beendet hat, indem er ihnen Luft in die Venen spritzte. Er selbst nennt es aktive Sterbehilfe, die Staatsanwaltschaft spricht eindeutig von Mord. Zu dieser Zeit arbeitete Poppe als Krankenpfleger im damaligen St-Joris-Krankenhaus in Menen. 

Wie viele Opfer es genau sind, ist schwer zu sagen. Tatsache ist, dass er 2018 wegen fünf Morden verurteilt wird: Poppe hat zwei Großonkel, seinen Schwiegervater, seine Schwiegermutter, seine Mutter und einen Patienten ermordet. Das Schwurgericht verurteilte ihn dafür schließlich zu 27 Jahren Gefängnis. Dem Urteil zufolge gab es auch eine Reihe von mildernden Umständen. 

Unter Auflagen frei

„Sein Gesundheitszustand ist so schlecht, aber in der Haft kann ihm nicht die nötige Pflege gewährt werden, um die Strafe auf humane Weise abzusitzen“, so Poppes Anwalt: „Aufgrund dieses medizinischen Zustands haben wir das Gericht gebeten, ihn freizulassen.“ Poppe hat Krebs und ist ein Nierenpatient. Laut De Reuse gab es auch mehrere Fehler bei seiner Behandlung: „Zum Beispiel wurden ihm mehrmals Kalktabletten statt seiner Krebsmedikamente gegeben.“

Das Gericht gab dem Antrag des Anwalts statt und hat Poppe jetzt unter Auflagen freigelassen. Er darf keine neuen Straftaten begehen, muss einen festen Wohnsitz haben und wird von einem Justizassistenten überwacht. „Sollte er auf wundersame Weise genesen, müsste er im Prinzip zurückkehren. Aber in Anbetracht seiner Krebserkrankung und der schlechten medizinischen Versorgung im Gefängnis, wird das wahrscheinlich nicht passieren.“

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