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Inland
Wirtschaft

Kunstauktionen in Belgien erzielen Rekordumsatz und boomen wie nie zuvor

Belgische Kunstauktionshäuser haben 2023 einen Rekordumsatz von fast 65 Millionen Euro erzielt. Gemessen an der Einwohnerzahl floriert in Belgien einer der erfolgreichsten Kunstmärkte Europas.

Martina Luxen
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29.000 Euro: Für diesen Betrag wurde Floris Jespers' Kunstwerk „Akt mit Vögeln“ in dieser Woche beim Auktionshaus Campo & Campo in Berchem (Provinz Antwerpen) versteigert. Mit 524 Losen war es eine der größten Kunstauktionen seit Anfang des Jahres.

Diese 29.000 Euro (eigentlich: 36.540 Euro, einschließlich Auktionskosten) waren der höchste Betrag, wobei die meisten Lose für mehrere hundert oder tausend Euro über den Tisch gingen.  

Kunst statt Sparkonto

Die Auktion wird hauptsächlich von privaten Sammlern besucht. Einige von ihnen melden sich online an. „Ich versuche, es als eine Investition zu sehen“, sagt ein Sammler, der Designermöbel ersteigert hat: „Wenn der Wert steigt, ist das toll. Wenn nicht, habe ich wenigstens etwas Schönes zum Anschauen. Auf der Bank bringen die Ersparnisse sowieso nichts ein.“

Ebenfalls auf der Auktion sind Galeristen und Kunsthändler. „Ich komme, um mich über die Trends und aktuellen Preise zu informieren“, sagt Paul Verbeeck von der Galerie Verbeeck-Van Dyck in Antwerpen: „Nach all den Jahren weiß ich, wann es sich lohnt und wann nicht.

Rekordumsätze

Nach Ansicht von Verbeeck und Guy Campo vom Auktionshaus Campo & Campo geht es dem Kunsthandel in Belgien gut. Das belegen auch die Zahlen, die die Redaktion von De Markt von Artprice bekam, einem internationalen Studienbüro, das die Umsatzzahlen europäischer Auktionshäuser analysiert. Im vergangenen Jahr erzielten die belgischen Kunstauktionen einen Rekordumsatz von fast 70 Millionen Dollar bzw. 65 Millionen Euro.

Belgien lag 2023 auf dem achten Platz bei den Kunstverkäufen und übertraf damit die Niederlande und Luxemburg. Nur große Länder wie Frankreich, Deutschland und Italien schreiben noch bessere Zahlen.

Die höchste Auktionssumme in Belgien wurde 2023 mit 1.874.320 € für das Werk La bataille des éperons d'or von Georges Mathieu erzielt. Es wurde vom französischen Auktionshaus Piasa in Brüssel im November versteigert. Bekannte internationale Auktionshäuser, die nach Belgien kommen, sind einer der Gründe für den starken Anstieg der Verkäufe, erklärt Guy Campo.  

„In unserem Land gibt es große Sammlungen“, sagt Campo: „Wir sind Kunstsammler. Ich glaube nicht, dass es irgendwo auf der Welt ein Land gibt, in dem pro Kopf so viel Kunst aufbewahrt wird.“ 

Geplante Mehrwertsteuererhöhung bereitet der Branche Sorgen

„Ich weiß nicht, ob diese guten Verkaufszahlen anhalten werden“, warnt Campo und verweist auf eine neue Mehrwertsteuerrichtlinie, die am 1. Januar 2025 in Kraft treten könnte. Kunsthändler und Auktionshäuser unterliegen teilweise einer Mehrwertsteuerregelung von 6 Prozent. „Zurzeit zahlen wir nur 21 Prozent Mehrwertsteuer auf die Dienstleistung, die das Auktionshaus erbringt“, erklärt Guy Campo: „Aber der neuen Regelung zufolge wären jetzt 21 Prozent auf den Gesamtpreis fällig.“

Die Branche weist darauf hin, dass Nachbarländer wie Frankreich und Luxemburg die Mehrwertsteuer niedrig halten. „Viele Häuser und Händler werden entweder in diese Länder abwandern oder aufgeben müssen, weil die Nachbarländer wettbewerbsfähigere Preise anbieten können“, prophezeit Campo.

Er hofft, dass die Regierung die Mehrwertsteuer-Maßnahme nicht einführen wird. Die Unterschriftenaktion ist eine Initiative der Brafa Art Fair (einer internationalen Kunstmesse in Brüssel) und der ROCAD, der Königlichen Kammer der Kunsthändler.  

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