Im Fall der 30 Jahre lang verschwundenen und mutmaßlich toten Annie De Poortere aus Sint-Martens-Latem in Ostflandern, deren Leiche jetzt möglicherweise entdeckt wurde, ist Eile geboten. Juristisch verjährt dieser Fall am 12. November. Durch eine Gesetzesanpassung muss der Vorgang binnen 6 Monaten vor Gericht kommen, sonst geht der Verdächtige frei aus.
Verschwinden von Annie De Poortere - Hier ist Eile geboten, denn der Fall verjährt im November
Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den heute 78 Jahre alten damaligen Ehemann von Annie De Poortere, der Anfang der Woche nach einem Verhör durch die Polizei von der Staatsanwaltschaft festgenommen wurde. Dessen Frau verschwand genau am 12. November 1994 im Alter von 48 Jahren spurlos.
Hauptverdächtiger
Ihr früherer Ehemann gilt als Hauptverdächtiger und gegen ihn wird wegen Mordverdacht ermittelt. Wegen seines hohen Alters wurde er zur elektronischen Überwachung mit einer Fußfessel versehen und nicht in Untersuchungshaft genommen.
Nach Angaben von Angehörigen soll der Mann zugegeben haben, die Leiche seiner damaligen Frau vergraben zu haben, doch er will mit deren Tod nichts zu tun haben. Die Staatsanwaltschaft gibt genauere Details nicht frei und gibt lediglich an, dass ermittelt werde, welchen Anteil der Verdächtige am Tod von Annie De Poortere habe.
Juristische Fakten
Vorläufig werden die Fakten juristisch als Mord behandelt und dieser soll am 12. November 1994 verübt worden sein. Damals verjährte ein solcher Fall nach 10 Jahren, doch durch Anpassungen der Gesetze wurde der Verjährungstermin für Mord in Belgien zunächst auf 15 Jahre und später auf 20 Jahre verlängert.
Durch die letzte Strafrechtsreform vom 9. April 2024 wurde die Verjährung von z.B. Mord auf 30 Jahre verlängert. Bei schwersten Verbrechen, wie Terroranschläge oder die Morde der Killerbande von Brabant wurde strafrechtlich sogar festgelegt, dass diese Taten nie verjähren.
