Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Belgien: Die Arbeitslosigkeit steigt und der Beschäftigungsgrad stagniert

Das nationale belgische Arbeitsamt RVA stellte im März 2024 zum ersten Mal seit 2021 einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen um mehr als 5 % fest. Die Zahl der vergüteten Arbeitsuchenden stieg letzten Monat um 6,7 %. Das ist der höchste Anstieg seit Januar 2021. Ob dieser Trend anhalten wird, bleibt abzuwarten. Derweil steigt der Beschäftigungsgrad in Belgien weniger schnell an, als in den meisten anderen EU-Mitgliedsländern. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Laut dem nationalen Arbeitsamt RVA weisen Indizien in die Richtung, dass die Zahl der Arbeitslosen in den kommenden Monaten in Belgien weiter steigen könnte. Die Kurzarbeit bleibt auf einem hohen Niveau, das Unternehmervertrauen sinkt und die Zahl der Konkurse, denen Jobs zum Opfer fallen, häuft sich wieder.

Im März 2024 bezogen 295.953 vollständig arbeitslose Arbeitsuchende in Belgien Arbeitslosengeld. Das waren 18.596 Betroffene mehr als im März 2022. Der Anstieg ist in Flandern mit 12,4 % größer als in der Wallonie mit 2,9 % und als in Brüssel mit 5,1 %.

Die befristete Arbeitslosigkeit (Kurzarbeit) nahm auf Jahresbasis sogar um 60,1 % auf 68.572 Personen zu, so die RVA-Arbeitsmarktzahlen in Belgien. Allerdings war die Zahl der Kurzarbeiter in unserem Land noch vor einem Jahr sehr niedrig.

Stagnierender Beschäftigungsgrad

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd steigt der Beschäftigungsgrad in Belgien deutlich langsamer als in vielen anderen EU-Ländern. Hiervon sind die Wallonie und die Brüsseler Hauptstadt-Region mehr Betroffen, als Flandern.

Der Beschäftigungsgrad ist insofern für ein Land wichtig, als dass sich darauf die Finanzierung der Renten basiert. Viele Menschen in einem regulären Arbeitsverhältnis zahlen viel Geld in die Rentenkasse ein…

Die belgische Bundesregierung strebt in diesem Hinblick auf eine Beschäftigungsrate von 80 %, doch davon ist man heute mit rund 72 % noch weit entfernt. Auf Jahresbasis stieg diese Rate um 1,6 %, während der EU-Durchschnitt bei 2,7 % liegt.

Regional zeigt sich dies in Belgien unterschiedlich. Während Flandern mit 77 % deutlich über dem europäischen Mittel liegt, liegen Brüssel und die Wallonie bei jeweils etwa 65 %. In Wallonien stieg diese Rate auf Jahresbasis sogar lediglich um 0,9 %.  

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5