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Ist die Tote Annie De Poortere?
Inland
Justiz

Cold Case? Mutmaßliche Leiche einer Frau entdeckt, die seit 30 Jahren vermisst wird

Vor 30 Jahren, am 12. November 1994, verschwand Annie De Poortere - damals 48 Jahre alt - aus Sint-Martens-Latem in der Provinz Ostflandern. Seit dem wurde nie mehr etwas von ihr gesehen oder gehört. Bis jetzt. Bei Grabungsarbeiten im Garten des Hauses, in dem sie damals gelebt hatte, wurden jetzt die sterblichen Überreste einer Frau gefunden. Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich dabei um Annie De Poortere.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Annie De Poortere ist eine psychisch gestörte Frau. Sie ist depressiv und medikamentenabhängig und hielt sich bereits mehrmals in einer psychiatrischen Klinik auf. An diesem 12. November 1994 rief ihr Mann, Hans Defever, in der Psychiatrie des Sint-Camillus-Krankenhauses in Sint-Denijs-Westrem an, um seine Frau dort einmal mehr einzuliefern und behandeln zu lassen. Doch an diesem Tag ist dort kein Platz mehr. Erst am Montag könne er seine Frau zu dieser Klinik bringen, hieß es damals.

Hans Defever verließ das Haus am Samstag, um einkaufen und danach zum Fußball zu gehen. Als er am frühen Abend bei aufziehender Dunkelheit zurückkehrt, ist seine Frau nicht mehr da. Im Haus fehlt nichts. Das Geld ist noch da und auch der Personalausweis seiner Frau. Seit diesem Tag ist Annie De Poorter verschwunden…

Spurlos verschwunden

Die Polizei nahm Ermittlungen auf, doch nach Aussagen von Angehörigen erfolgten diese Untersuchungen nur halbherzig und es gab lediglich eine Suchanzeige in einer Tageszeitung - ohne Bild. Fünf Jahre später wird dieser Fall in einer Vermisstensendung des privaten flämischen TV-Senders VTM beleuchtet - ohne Erfolg und ohne greifbares Ergebnis. Meldungen, dass sich Annie De Poortere in Spanien aufhalten würde, bestätigten sich damals nicht.

Ebenfalls 1999 lässt Hans Defever seine Frau juristisch als „abwesend“ erklären. Nach dieser außergewöhnlichen Erklärung sieht die belgische Justiz einen solchen Fall ähnlich wie einem Sterbefall. Ein Erbe kann verteilt werden und eine Ehe kann annulliert werden.

Grabungsarbeiten

Am vergangenen Wochenende wurden im Garten des Anwesens, dass direkt am früheren Haus von Annie De Poortere und Hans Defever grenzt (zwischen beiden Grundstücken gibt es keine Trennung durch eine Hecke, einen Zaun oder eine Mauer), wurde bei Grabungsarbeiten eine Leiche entdeckt. Sofort wurde dabei eine Verbindung zu dem Vermisstenfall von Damals gezogen.

Ob es sich wirklich bei der Toten um die Vermisste handelt, ist noch nicht ganz klar. Das müssen erst noch entsprechende DNA-Untersuchungen ergeben, doch laut Staatsanwaltschaft liegen Hinweise dazu vor, dass es sich hier „um eine Dame“ handelt, „die 1994 verschwand“.

Problematisch ist, dass die Akte von damals bei der Justiz offenbar nicht mehr vorliegt. Ob das so ist, muss die Staatsanwaltschaft ebenfalls noch bestätigen. Für die Familie sind die letzten Tage nicht leicht, denn aus einem nie aufgelösten Vermisstenfall ist plötzlich eine Strafangelegenheit geworden. 

Das Haus der Vermissten - Ein Tatort?

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