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Mitarbeiter der belgischen Hilfsorganisation Enabel und 7-jähriger Sohn durch Bomben in Gaza getötet

Ein palästinensischer Mitarbeiter der belgischen Hilfsorganisation Enabel und sein 7-jähriger Sohn sind bei einem israelischen Bombenangriff auf Rafah im südlichen Gazastreifen getötet worden. Dies teilte die belgische Entwicklungsministerin Caroline Gennez (Sozialdemokraten, Vooruit) mit. Drei weitere Verwandte des Mannes wurden ebenfalls getötet. 

Martina Luxen Belga
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„Mit großer Trauer habe ich erfahren, dass gestern Abend einer unserer Enabel-Mitarbeiter bei einem israelischen Bombenangriff auf Rafah getötet wurde“, sagte Ministerin Gennez. 

In dem Haus, in dem Abdallahs Familie lebte, waren etwa 25 Personen untergebracht, sowohl Bewohner als auch Flüchtlinge. Bei dem Angriff in der vergangenen Nacht kamen mindestens sieben Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Die Frau von Abdallah Nabhan soll sich in kritischem Zustand im Krankenhaus befinden. Die beiden anderen Kinder der Familie im Alter von 5 Jahren und 7 Monaten wurden leicht verletzt, so die belgische Entwicklungshilfeministerin. Abdallahs 65-jähriger Vater, sein 35-jähriger Bruder und seine 6-jährige Nichte verloren bei dem Anschlag ebenfalls ihr Leben. 

Entwicklungsministerin Gennez (Foto oben) reagierte erschüttert: „Es ist schrecklich. Wir versuchen, die Gewalt zu stoppen. Aber wir versuchen auch, die Mitarbeiter, die für unser Land arbeiten, in Sicherheit zu bringen. Dieser Mitarbeiter stand schon seit Monaten auf einer Evakuierungsliste, aber leider ist es uns nicht gelungen, die Familie rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.“

„Abdallah Nabhan war ein sehr engagierter und geschätzter Kollege“, heißt es weiter. „Er kam im April 2020 zu Enabel, um als Business Development Officer an einem europäischen Projekt teilzunehmen. Das Projekt - Kleinunternehmen im Gazastreifen dabei zu unterstützen, umweltfreundlich zu produzieren – wird mit belgischen Entwicklungsgeldern gefördert und soll jungen Menschen bei der Arbeitssuche helfen.“

Laut Gennez befinden sich noch sieben Mitarbeiter von Enabel in Gaza. „Es gibt auch 237 Landsleute, die nicht für uns arbeiten und in Gaza festsitzen. Sie stehen alle auf der Evakuierungsliste und wir warten auf die Erlaubnis der israelischen und ägyptischen Behörden, sie aus dem Gazastreifen zu holen. Es ist ein schwieriger Prozess und wir hoffen, dass es keine weiteren Opfer geben wird“.

Dies ist eine absolut dramatische Nachricht, und die israelische Regierung trägt hier eine doppelte Schuld."

Premierminister Alexander De Croo im Parlament

„Dies ist eine absolut dramatische Nachricht, und die israelische Regierung trägt hier eine doppelte Schuld“, sagte Premierminister Alexander De Croo (Liberale, Open VLD) im Parlament: „Erstens, weil die Bombardierung von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen etwas ist, das unbedingt vermieden werden sollte. Zweitens hat unsere Regierung vor vier Monaten gefordert, dass alle belgischen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und andere Begünstigte den Gazastreifen verlassen dürfen, aber seit vier Monaten verweigert sie die Erlaubnis dazu.“

Der Generaldirektor von Enabel, Jean Van Wetter, reagierte scharf. „Ich bin zutiefst betroffen über den Tod unseres Kollegen und seines Sohnes, und ich bin empört und schockiert über die anhaltenden Angriffe. Dies ist ein weiterer eklatanter Verstoß Israels gegen das humanitäre Völkerrecht.“

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