Frauen erhalten in Belgien im Schnitt 25 Prozent weniger Rente als Männer. Das geht aus einer Studie im Auftrag des belgischen Ministeriums für Soziales Sicherheit hervor. Damit liegt Belgien im europäischen Mittelfeld.
Frauen erhalten überall weniger Rente. Auf europäischer Ebene bekommen Frauen im Schnitt 26 Prozent weniger Rente als Männer. Die Kluft ist in West- und Südeuropa größer als in Mittel- und Osteuropa. In Luxemburg, in den Niederlanden und auf Malta ist die Diskrepanz am größten. In Slowenien, Dänemark und Estland ist sie dagegen am geringsten. Die Rentenkluft zwischen Männern und Frauen hat sich in den letzten zehn Jahren überall verringert, auch in Belgien.
Der Grund für den Unterschied ist die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Frauen sind häufiger arbeitslos oder arbeiten Teilzeit als Männer. Die Länder können die Kluft durch eine zielgerichtete Politik überbrücken, unter anderem mit Mindest- und Höchstrenten.
Belgische Rentenreform soll Kluft verringern
Die belgische Rentenministerin Karine Lalieux (frankophone Sozialisten, PS) will die Kluft verringern, indem sie die Teilzeitarbeit bei der Berechnung der Mindestrente aufwertet.
In der vergangenen Legislaturperiode wurde die Mindestrente von 1.291 Euro netto auf 1.640 Euro netto für ein volles Berufsleben angehoben.
