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Inland

Bereits 16 Meldungen, nachdem bekannt wird, dass Fruchtbarkeitsarzt Sperma von Studenten einsetzte

Die gemeinnützige Organisation Donorkinderen hat in der vergangenen Woche 16 Meldungen erhalten, nachdem bekannt wurde, dass ein Fruchtbarkeitsarzt in Brüssel eigenmächtig das Sperma von Studenten bei Fruchtbarkeitsbehandlungen verwendete. 

Martina Luxen
Veröffentlicht:

Letzte Woche wurde bekannt, dass ein Brüsseler Fruchtbarkeitsfacharzt, der unter anderem an der UZ Brüssel praktizierte und als Professor an der VUB tätig war, mindestens zwei Kinder mit dem Sperma eines Studenten gezeugt hat. Der Student hatte sein Sperma ausdrücklich für wissenschaftliche Forschungszwecke und nicht als Samenspender abgegeben.  

Der Fall kam zufällig ans Licht, nachdem ein 45-jähriger Limburger über eine DNA-Datenbank seinen biologischen Vater gesucht und gefunden hatte. Die gemeinnützige Organisation Donorkinderen befürchtet daher, dass dieser Fall nur die Spitze des Eisbergs ist. Die Organisation hat ehemalige Studenten und Patienten des Fruchtbarkeitsarztes aufgerufen, sich zu melden. 

Innerhalb einer Woche seien bereits sechzehn Meldungen eingegangen, heißt es heute. „Darunter sind fünf Männer, die unabhängig voneinander bestätigt haben, dass sie ihr Sperma damals ausdrücklich für wissenschaftliche Forschungszwecke abgegeben haben“, so die Präsidentin Steph Raeymaekers: „Die Zeiträume dieser Spenden liegen zwischen 1975 und 1986, die Orte sind die Privatpraxis des Fruchtbarkeitsarztes R.S., aber auch das Brüsseler UMC Sint-Pieter wurde genannt.”

Die gemeinnützige Organisation wurde unter anderem von einer Frau kontaktiert, die Anfang 2000 im AZ Jan Portaels Eizellen für eine Freundin gespendet hatte. Die Frau fragt sich nun, ob überschüssige Eizellen vielleicht zur Zeugung von Kindern verwendet wurde. Außerdem haben sich sechs erwachsene Spenderkinder gemeldet, von denen einige erwägen, sich auf die Suche nach dem biologischen Elternteil zu machen.  

„Wir hoffen natürlich sehr, dass dieser neue Skandal möglichst wenige Opfer betrifft, aber wir rechnen auch damit, dass weitere Fälle auftauchen werden“, so Steph Raeymaekers. Die Organisation will sich bald mit der VUB und UZ Brüssel zusammensetzen.

 

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