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Benjamin Dalle warnt vor dem Ausufern der Kosten für die 3. Metrolinie
Inland
Politik

Wahlen ’24: Hat die neue Metrolinie in Brüssel eine Zukunft? CD&V: "Ein Stoppen der Metro 3 darf kein Tabu sein"

Flanderns Landesminister für Brüsseler Angelegenheiten Benjamin Dalle (Foto) von den flämischen Christdemokraten CD&V ist der Ansicht, dass die neue Regionalregierung nach den Wahlen vom 9. Juni eine gründliche Kosten-Nutzungs-Analyse in Bezug auf die Metro 3 durchführen muss: „Die Metro ist viel teurer als geplant und die Umstände haben sich geändert.“ 

Andreas Kockartz
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Vor einigen Tagen berichtete die niederländischsprachige Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ auf Basis einer Notiz der CD&V über die Sorgen und Nöte des Brüsseler Regionalhaushalts, denn die Hauptstadt-Region ist hochverschuldet. Die flämischen Christdemokraten in Brüssel, deren Spitzenkandidat Benjamin Dalle ist, suchen einen Weg, damit die Region bis 2033 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen kann.

Dabei dürfe eine Beendigung der Bauarbeiten der Metrolinie 3 kein Tabu sein: „Die Metro 3 kostet inzwischen 4,7 Mia. €.“ Ob diese neue Metrolinie mit all ihren teuren Bauproblemen wirklich noch einen Sinn hat, stellt Dalle dahin. Die Gesellschaft verändere sich mit mehr mobilem Arbeiten und Homeoffice und einer Anpassung der demographischen Voraussetzungen sei nicht zu übersehen.

Alternativen

Inzwischen, so Dalle gegenüber BRUZZ weiter, liegen ausreichend Argumente und Elemente für eine neue Analyse vor. Dabei müsse auch über Alternativen nachgedacht werden. Brüssel solle nicht in die „sunk cost fallacy“ fallen, bei der die wichtigsten Gründe für weitere Investitionen in den bereits verbrauchten Budgets liege und nicht mehr im gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Mehrwert selbst.

Dalle stellt in seiner Analyse fest, dass hohe Mittel aus dem Haushalt für die regionale Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB fließen, die letztendlich irgendwann einmal für Busse und Straßenbahnen fehlen. „Die Frage ist, ob dies die effizienteste und rentabelste Strategie rund um die MIVB ist, die eigentlich ein positives Ansehen hat“, so Dalle. Benjamin Dalle ist der erste Brüsseler Regionalpolitiker, der öffentlich den Weiterbau der Metro 3 in Frage stellt.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter) 

Dieses Werbeplakat für Metro 3 strahlt Zuversicht aus

Alle anderen Parteien – von links nach rechts – sind zumindest aktuell noch Fürsprecher für die neue Metrolinie. Die flämischen Grünen (Groen) in Brüssel sind, dass diese Metrolinie die beste Lösung für die Brüsseler Mobilitätsprobleme sei und dass sich die entsprechenden Investitionen noch in 100 Jahren feststellen lassen würden.

Offenbar kritisiert nur ein Teil der frankophonen Grünen von Ecolo das Milliardenprojekt Metro 3, doch Dalle unterstricht, dass er gegen die Metro an sich nichts habe, „doch es muss die Frage gestellt werden, ob dies angesichts der heutigen budgetären Situation der Brüsseler Region noch zu verantworten ist.“

Neues Problem: Hoher Grundwasserpegel unter Brüssel Nord

Inzwischen zeigen sich bei den Bohrungen für den Metrotunnel unter dem Nordbahnhof ähnliche Probleme, wie im Vorfeld des Bahnhofs Brüssel Süd/Midi. Sumpfiger Untergrund und ein hoher Grundwasserpegel sorgen dafür, dass Bauherr Beliris (die Verwaltung der Hauptstadt-Region) einen angepassten Antrag auf Baugenehmigung stellen muss. Die Idee ist, dass man nicht unter dem Nordbahnhof graben will, sondern mit einer offenen Baustelle arbeiten möchte, für die alle Gleise in diesem vielgenutzten Bahnhof nach und nach befristet abmontiert werden müssen.

Seit etwa einem Jahr wird an der Baustelle der Metro 3 am Nordbahnhof aufgrund der Bodengegebenheiten nicht mehr gearbeitet wird. Konkret, so Brüssels regionale Mobilitätsministerin Elke Van den Brandt (Groen) soll über dem Sumpf gebaut werden und nicht im Sumpf oder darunter…

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Brüssel-Nord: Ist hier eine offene Metrobaustelle überhaupt möglich?

Kein zweites "Stalingrad"…

Im Brüsseler Norden will man absolut ein ähnliches Szenario wie in der Stalingradlaan im Südviertel vermeiden, wo Pläne angedacht sind, den historischen Südpalast abzutragen und nach den Bauarbeiten zur Metro 3 wieder aufzubauen. Die Anwohner und die Geschäftsleute im Nordviertel und nicht zuletzt auch Bahninfrastruktur-Dienstleister Infrabel befürchten Schlimmstes. Auch hier, an der geplanten Metrohaltestelle Toots Thielemans,  besteht inzwischen der Plan, über dem sumpfigen Untergrund zu arbeiten und nicht mehr darunter durch…      

Die Stalingradlaan - seit langem eine Baustelle

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