Das Statistikamt Statbel hat neue Daten zur Bevölkerungsentwicklung in Belgien veröffentlicht. Im Zeitraum 2011-2021 ist die Zahl von Einwohnern ohne belgischen Pass um 22 Prozent gestiegen. Es gibt aber noch andere auffällige Tendenzen.
Neue Daten vom Statistikamt Statbel: Immer mehr Menschen ohne belgische Staatsangehörigkeit
„Census 2021“, die Bevölkerungs- und Wohnungserhebung von Statbel, zeigt, dass am 1. Januar 2021 12,4 Prozent der Bevölkerung nicht die belgische Nationalität hatten. 2011 war noch von einem Ausländeranteil von 10,1 Prozent die Rede gewesen. Vor allem in der Brüsseler Hauptstadtregion wohnen viele Menschen mit nicht-belgischer Nationalität, nämlich 35 Prozent. In Flandern haben 9 Prozent und in Wallonien 10 Prozent der Einwohner keine belgischen Wurzeln. Auf nationaler Ebene kommen zwei Drittel der Nicht-Belgier aus Ländern der Europäischen Union, ein Drittel verfügt über einen Pass, der außerhalb Europas ausgestellt wurde.
Mehr Beschäftigte, selbe Arbeitslosenquote
Aus der Erhebung geht auch hervor, dass Anfang 2021 fast 72 Prozent der Berufsbevölkerung (20 bis 64 Jahre) in Beschäftigung waren. Im Jahr 2011 waren es noch 66,1 Prozent gewesen. In Flandern ist dieser Anteil am höchsten (76,5 Prozent), in Brüssel am kleinsten (59,9 Prozent). Wenn man sich die Daten für Flandern genauer anschaut, wird ersichtlich, dass in der Provinz Westflandern die wenigsten und in der Provinz Antwerpen die meisten Leute einen Arbeitsvertrag haben.
Obwohl heute mehr Bürger arbeiten als vor 10 Jahren, waren immer noch 8,6 Prozent ohne Job. In Brüssel meldeten sich 16,3 Prozent, in Wallonien 12,1 Prozent und in Flandern 5,5 Prozent arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit hat sich gegenüber dem Jahr 2011 quasi nicht verändert. „Die Arbeitslosigkeitsrate setzt sich aus Bürgern, die auf Jobsuche sind, aber keine Arbeit finden, zusammen. Diejenigen, die keine Beschäftigung wollen, oder Studierende, werden hier nicht mitgezählt“, erklärt Wendy Schelfaut von Statbel.
Weitere Ergebnisse zeigen, dass ein Drittel der belgischen Bevölkerung älter als 20 Jahre einen höheren Abschluss besaß. Auch gab es fast genauso so viele Paare mit Kindern (26,9 Prozent) wie Paare ohne Kinder (25,4 Prozent).
Basis für Entscheidungen
Die erste Volkszählung in Belgien wurde im Jahr 1846 durchgeführt. Heute sind die Daten von großer Bedeutung für die Politik. „Das Ziel besteht darin, es Entscheidungsträgern zu ermöglichen, bessere Beschlüsse zu fassen“, sagt Schelfaut. Es handelt sich um sehr detaillierte Daten, die lokale Entscheidungen erleichtern können. „So kann zum Beispiel bestimmt werden, wie viele neue Schulen man irgendwo braucht.“
