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Nach 10 Jahren laufen wieder Frachtschiffe den Hafen von Ostende an
Inland
Wirtschaft

Der Hafen von Ostende schreibt schwarze Zahlen und träumt von einer Rückkehr der Englandfähren

Der Hafen von Ostende hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2,1 Mio. € erwirtschaftet und schreibt damit zum ersten Mal seit rund 30 Jahren schwarze Zahlen. In den vergangenen Jahrzehnten gingen die großen Fähr-Reedereien in Konkurs und der Hafen verlor dadurch an Umsatz. Doch wie kommt es, dass sich dieser Hafen wirtschaftlich erholen konnte und wovon träumen die Verantwortlichen hier heute wieder? 

Andreas Kockartz
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Im Januar 2024 legte zum ersten Mal seit 10 Jahren noch einmal ein Frachtschiff aus Großbritannien im Hafen von Ostende an. Geladen hatte dieses Schiff Autos. Der Transport von Straßenfahrzeugen aller Art ist eine Nische, die der Hafen – ähnlich wie die Fischerei und die Windkraft – nutzen will und für die er sich einsetzen will.

Die Geschichte erzählt, dass schon vor der belgischen Staatsgründung 1830 Schiffe Post, Passagiere und Waren zwischen Dover und Ostende beförderten. Im vergangenen Jahrhundert erledigten dies die Fähren der staatlichen Reederei RMT, die Autos, Reisende und Güter zwischen britischen Häfen und Ostende transportierten.

Der Niedergang des Fährverkehrs

Doch die RMT ging 1997 pleite, weil sie sich nicht gegen die privatwirtschaftliche Konkurrenz durchsetzen konnte. Doch 2013 meldete auch die Reederei Trans Europa Ferris Konkurs an und seit dem gibt es keine Fährverbindung mehr zwischen England und Ostende. 2021 wurde übrigens auch die Fährverbindung zwischen Großbritannien und Zeebrügge gekappt.

Diese Entwicklung führte dazu, dass der Hafen von Ostende im wirtschaftlichen Sinne in Vergessenheit geriet und tiefrote Zahlen schrieb. Da halfen auch nicht das Laden und Löschen von Baumaterial, der Schiffsverkehr in Zusammenhang mit dem Bau von Offshore-Windkraftanlagen oder die Fischerei.

Vorteil Eigenverantwortung

Der Stadthafen von Ostende mag heute 15 Mal kleiner sein als der Fusionshafen Antwerpen-Zeebrügge, doch er kann mit Trümpfen aufwarten, so Charlotte Verkeyn (N-VA), die Hafenschöffin von Ostende gegenüber VRT NWS: „Unsere Trümpfe sind die, dass wir das gesamte Patrimonium und die Dienstleistungen, wie die Koordination der Hafenarbeiter, selbst in Händen haben. Wir können schneller und besser auf Maß arbeiten.“

Man habe in den letzten Jahren bei Unternehmen vorgesprochen, um den Hafen wieder interessant zu machen, so Verkeyn und dies wirkte sich positiv aus, wie das Beispiel der Auto-Fähren zeigt: „Wir versuchen, in den kommenden Jahren weiter zu wachsen. Die Kais und die Lagerhallen beginnen sich zu füllen.“ 

Fähr- und Kreuzfahrtschiffe

Ob es eines Tages wieder zu einem regelmäßigen Fährverkehr zwischen z.B. Dover und Ostende kommen wird, ist unklar, doch „ich denke, dass dies viele Menschen wollen und auch der Hafen träumt davon.“ In diesem Sinne reichten die Hafenbehörden auch Beschwerde gegen den Bau eines Windparks vor der Küste von Dünkirchen in Nordfrankreich ein, denn dieser könnte die Fahrrinne für Fracht- und Fährschiffe von und nach Ostende beeinträchtigen.

„Wir sprechen mit Reedereien über einen Passagiertransport und wir sind der Sache auch schon näher gekommen, doch dies beinhaltet für sie noch Risiken“, so die Hafenschöffin dazu. Allerdings gibt Verkeyn auch zu, dass sich der Reiseverkehr nicht mehr rentieren könnte und sie verweist damit auch auf den Zugverkehr nach England durch den Eurotunnel. Doch eine Nische könnte der Kreuzfahrttourismus für Ostende bieten. 2023 legten hier 7 Kreuzfahrtschiffe an und dieses Jahr werden insgesamt 10 solche Schiffe hier erwartet.   

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