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Wirtschaft

Kakaobranche berät in Brüssel in Zeiten von Rekordpreisen: bereits viermal so teuer wie vor einem Jahr

Zum ersten Mal überhaupt findet die Weltkakaokonferenz in Belgien statt. Nachdem die belgische Königin sich im März u. a. auf einer Kakaoplantage über die Lage informierte, durfte Mathilde die Konferenz am Montag offiziell eröffnen (Foto oben). Die Branche steckt in der Krise. Nicht nur die Kakaobauern in Westafrika, sondern auch die industriellen Schokogiganten, sagt Bart Van Besien von Oxfam. Er fordert "politische Lösungen", damit alle in der Branche einen fairen Preis erhalten und auch die Menschenrechte der Kakaobauern in Westafrika geachtet werden.

Martina Luxen Belga
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Eine Tonne Kakao kostet derzeit gerne 10.000 Dollar oder mehr. "Das ist so viel wie noch nie in den letzten 50 Jahren und etwa viermal so teuer wie noch vor einem Jahr", sagte Bart Van Besien von Oxfam Belgien gegenüber De Ochtend auf Radio 1. Eine der Hauptursachen für diese hohen Preise: das Wetterphänomen El Niño.  

Neben höheren Temperaturen verstärkt El Niño auch die Wahrscheinlichkeit tropischer Stürme, von Überschwemmungen oder Dürreperioden, je nach Region. In Westafrika, dem Hauptanbaugebiet für Kakao, war El Niño von extremen Temperaturen und viel Regen begleitet. "Das verursachte Krankheiten auf den Plantagen und daher auch sehr hohe Produktionsverluste", erklärt Van Besien.  

Laut Oxfam spielt auch die jahrzehntelange Unterbezahlung der Kakaobauern eine Rolle: "Die Bauern befinden sich in einer Art Überlebensstrategie. Wegen der niedrigen Preise konnten sie nie in ihre Plantagen investieren. Jetzt stellt sich heraus, dass diese Plantagen den Wetterveränderungen überhaupt nicht gewachsen sind".

Van Besien hofft, dass die Zeit reif ist für strukturelle Veränderungen in diesem Sektor. "Wir brauchen politische Lösungen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, bei denen auch die Menschenrechte der Kakaobauern im Mittelpunkt stehen."

Übrigens kauft die belgische Schokoladenbranche jedes Jahr rund 300 Tonnen Kakao auf dem Weltmarkt. 668 Tonnen Schokolade wiederum wird aus Belgien exportiert, mehr als die Hälfte davon nach Deutschland.

Weltkakaokonferenz in Brüssel

Diese Botschaft wird Oxfam auch auf der Weltkakaokonferenz in Brüssel vermitteln. Es ist das erste Mal, dass das internationale Treffen in Belgien stattfindet. Beim Eröffnungsempfang am Sonntagabend ergriff die belgische Außenministerin Hadja Lahbib (frankophone Liberale, MR) das Wort.

Königin Mathilde war Anfang März zu einem Arbeitsbesuch auf einer Kakaoplantage in die Elfenbeinküste gereist. Sie setzt sich auf der Konferenz für die Kakaobauern ein: "Viele sind zu arm und müssen ihre Kinder auf die Felder statt in die Schule schicken."

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