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Der Belgier Raphaël Liégeois hat seinen Abschluss als Astronaut in der Tasche

Zu der kleinen Gruppe europäischer Astronautinnen und Astronauten, die jetzt ihr Studium abgeschlossen haben, gehört auch der Belgier Raphaël Liégeois (Foto oben, dritter von links). Nach ihrer Grundausbildung werden die Absolventen einer Weltraummission zugeteilt und speziell dafür ausgebildet. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es sich dabei um eine Mission zur Internationalen Raumstation handeln.

Martina Luxen Belga
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Liégeois hat sein Abschlussdiplom am Montagmorgen im Astronautenausbildungszentrum der Europäischen Weltraumorganisation in Köln erhalten: "Das war immer mein Traum, aber ich hätte nie erwartet, dass er wahr wird", sagte Liégeois nach der Entgegennahme seines ESA-Astronauten-Diploms.”

Liégeois wird nach Dirk Frimout und Frank De Winne der dritte Belgier im Weltraum sein. 

Zu den Absolventen gehören auch Sophie Adenost aus Frankreich, Pablo Alvarez Fernandez aus Spanien, Rosemary Coogan aus Großbritannien und Marco Sieber aus der Schweiz.  

Vor etwa einem Jahr wurden die fünf aus 22 500 Kandidatinnen und Kandidaten als die neue Gruppe künftiger ESA-Astronauten ausgewählt. Weitere 12 Reserve-Astronauten bekamen dieselbe Grundausbildung. 

Buchstäblich untergetaucht

Diese Grundausbildung ist sehr intensiv und dauert etwa 14 Monate. Während der Ausbildung tauchen die Astronauten vollständig in alles ein, was mit der Raumfahrt zu tun hat. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie lernen zum Beispiel auch tauchen. 

"Jeder, der jemals einen Weltraumspaziergang machen soll, muss einen Tauchschein haben", erklärte Frank De Winne zu Beginn der Ausbildung. De Winne war der zweite Belgier im Weltraum und leitet heute das Ausbildungszentrum der ESA. 

"Das Erlernen des Verhaltens unter Wasser gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten, die man für einen Weltraumspaziergang benötigt", fügte De Winne hinzu. "Die Grundausbildung vermittelt eine allgemeine Vorstellung davon, wie es ist, Astronaut zu sein, und von all den Aufgaben, die man im Weltraum zu erledigen hat."

Neben dem Tauchen gibt es auch viele andere Weltraumsimulationen, wie z. B. Trudeln, um die hohen G- oder Gravitationskräfte bei Raketenstarts zu simulieren. Und auch Flüge ohne Schwerkraft sollen den Kandidaten einen Vorgeschmack auf die Herausforderungen geben, die sie im Weltraum erwarten.

Jede Menge Wissenschaft

Darüber hinaus haben die Astronauten auch eine Menge theoretisches Wissen erworben. So besuchten sie beispielsweise natur- und ingenieurwissenschaftliche Kurse über Raumfahrttechnik, Ingenieurwissenschaften, Aerodynamik und Materialkunde. Auch die Robotik ist ein wichtiger Teil der Ausbildung. 

Da Astronauten im Weltraum auch wissenschaftliche Experimente durchführen müssen, benötigen sie Grundkenntnisse in Biologie, Chemie und Medizin. Sie werden auch darin geschult, unter schwierigen Bedingungen zusammenzuarbeiten und zu überleben.

Die europäischen Astronauten besuchten auch die NASA

Jetzt, wo die brandneuen Astronauten ihre Diplome haben, beginnt die eigentliche Arbeit. Bald werden sie für eine Mission eingeteilt und müssen dafür eine spezielle Ausbildung absolvieren, damit sie gut vorbereitet sind.

"Unser Blick ist jetzt auf die Sterne gerichtet", sagt Liégeois. "Wir sind bereit, die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse auf die vor uns liegenden Herausforderungen anzuwenden."

Die ESA will bis 2030 den ersten Europäer auf den Mond bringen. Aller Voraussicht nach wird es nicht jemand aus dieser Gruppe sein. "Die Kandidaten für die Mondflüge werden diejenigen sein, die bereits auf der ISS waren", erklärte ESA-Chef Josef Aschbacher.

Vorerst werden die 5 neuen Astronauten für Missionen auf der ISS eingeteilt, um dort wissenschaftliche Experimente durchzuführen. Wann genau das sein wird, wird später bekannt gegeben. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Liégeois tatsächlich der dritte Belgier im Weltraum sein wird.

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