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Hohe PFAS-Werte im Trinkwasser in einigen flämischen Regionen

In jeder 6. Trinkwasserprobe im belgischen Bundesland Flandern werden zu hohe PFAS-Werte festgestellt. Dies meldet die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd auf Basis einer Berichts der regionalen Umweltgesellschaft VMM. 2022 kamen überhöhte PFAS-Werte vor allem in Gegenden der Provinzen Flämisch-Brabant und Ostflandern sowie im Osten von Limburg vor. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die flämische Umweltgesellschaft VMM kontrolliert auch die Qualität des Trinkwassers und zur Analyse im Jahr 2022 berief man sich hier auf die Norm der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA.

Diese legt in Sachen Trinkwasser ihren Fokus auf die 4 schädlichsten PFAS-Produkte (siehe auch weiter unten), PFOS, PFOA, PFHxS und PFNA. Hierzu legte die EFSA 2020 neue Grenzwerte auf.

Bei den Trinkwasseruntersuchungen der VMM im Jahr 2022 wurden die Normen für diese chemischen Stoffe in jeder 6 Analyse überschritten. Vor 2 Jahren wurden in genau 16,1 % der Proben aus Wasserhähnen überhöhte PFAS-Werte festgestellt. 

Verschiedene Richtlinien

Offiziell gilt für Trinkwasser in Flandern noch die heutige EU-Richtlinie, nach der bis 2026 maximal 100 Nanogramm der 20 schädlichsten PFAS-Stoffe pro Liter Wasser zulässig sind. Doch die regionalen und lokalen flämischen Wassergesellschaften (die die aktuelle EU-Norm einhalten) bereiten sich auf strengere Normen der EFSA vor.

Greet Schoeters, emeritierte Professorin für biomedizinische Wissenschaften an der Antwerpener Universität (UAntwerpen) sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Das sind auffallende Zahlen. Andererseits ist es nicht verwunderlich. Der angestrebte Wert, der hier gehandhabt wird, ist sehr niedrig.“

Die Professorin unterstreicht aber, dass es immer noch sicher ist, aus dem Wasserhahn zu trinken: „Das Kranwasser in Belgien ist gut. Doch es bleibt wichtig, dass der Schadstoffgehalt überall gesenkt wird und dass die Bloßstellung an PFAS-Komponenten weiter verringert wird.“ 

PFAS/PFOS - Was ist das?

Perfluoroctansulfon-Säure (Anion Perfluoroctansulfonat oder kurz PFOS) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). Das Produkt wurde hauptsächlich dazu verwendet, um Materialien wie Textilien, Teppiche und Papier fett-, öl- und wasserfest zu imprägnieren.

Daneben wurde es bei der Verchromung, für die Imprägnierung von Kochgeräten (z.B. Pfannen), in der Analogfotografie, in älteren Feuerlöschschäumen (AFFF), in Kosmetikprodukten und in Hydraulikflüssigkeiten für die Luft- und Raumfahrt verwendet.

Das EU-Parlament hat im Oktober 2006 beschlossen, die Verwendung von PFOS auf wenige Einsatzbereiche einzuschränken. Im Stockholmer Übereinkommen wurde 2009 entschieden, PFOS in die Konvention für eingeschränkte Stoffe aufzunehmen. Das größte Problem mit diesem Produkt ist die Tatsache, dass es sich nicht auf natürliche Weise abbaut - was für alle PFAS-Stoffe gilt (das sind sognannte „forever chemicals“).

Das bedeutet, dass sich mehr und mehr PFOS bzw. PFAS in der Umwelt und in den Wasserläufen befindet. PFAS gibt es in der Chemie in rund 6.000 verschiedenen Formen und Verbindungen.

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