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Irgendwo unter Brüssel

In Brüssel sind über 200 Kilometer des Abwassernetzes einsturzgefährdet

Nach Angaben der Regionalregierung sind in der Brüsseler Hauptstadt-Region mehr als 200 Kilometer des Kanal- und Abwassernetzes in einem so schlechten Zustand, dass sie einsturzgefährdet sind. Das entspricht etwa 12 % des gesamten Netzes. Die Opposition ist der Ansicht, dass dies eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellt. 

Andreas Kockartz
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Gaëtan Van Goidsenhoven, Brüsseler Regionalabgeordneter der frankophonen Liberalen MR, sagte gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ, dass die möglichen Folgen schwerwiegend sein können: „Je länger die Reparaturen auf sich warten lassen, desto komplizierter wird die Problematik.“

Es seien die Kanäle unter wichtigen zentralen Verkehrsachsen betroffen: „Wenn diese unbrauchbar werden, herrscht Chaos. Nicht nur bei der Verkehrslage, sondern auch durch alle Gefahren, die den Straßennutzern droht.“

Laut der regionalen Brüsseler Wassergesellschaft Vivaqua sind fast alle der 19 Brüsseler Gemeinden betroffen und die Kommunen, so Van Goidsenhoven wüssten dies, würden aber nicht konkret reagieren und darauf verzichten, diesem Thema Wichtigkeit bei zu bemessen. „Ihnen sind die Folgen, die entsprechende Arbeiten mit sich ziehen, zu wichtig.“

223 Kilometer akut betroffen

Der frankophone Liberale fordert jetzt Brüssels Regionalminister für Umwelt und Sauberkeit Alain Maron (Ecolo) dazu auf, etwas zu unternehmen. Vivaqua habe einen Index des Abwassersystems aufgestellt, so Van Goidsenhoven. 223 Kilometer des Systems befinden sich in den beiden schlechtesten Kategorien: 162 km in der zweitschlechtesten und 57 km in der allerschlechtesten Kategorie. Insgesamt seien sogar 266 Kilometer renovierungsbedürftig, so der Index von Vivaqua.   

Neben dem Ärger mit Anwohnern, die die Brüsseler Kommunen im Rahmen von Renovierungs- oder Reparaturarbeiten an den Abwasserrohren befürchten, spielt wohl auch die klamme Finanzlage der Region bzw. der Gemeinden eine wichtige Rolle im Ausbleiben von entsprechenden Aufträgen.

Alleine die Brüsseler Wassergesellschaft Vivaqua hat einen Schuldenberg von rund 1 Mia. € aufgehäuft. Seit 2011 ist diese Behörde alleine für das Wassersystem in der belgischen Hauptstadt verantwortlich, braucht aber, so die Opposition im Regionalparlament, eine dringende strukturelle Anhebung seiner Mittel.

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