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140 Experten fordern strengere Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung in Brüssel

In einem offenen Brief richteten rund 140 Fachleute aus den Bereichen Gesundheit und Umweltschutz einen Apell an die Brüsseler Politik bzw. an die Hauptstadt-Behörden, deutlichere Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung zu ergreifen. Sie fordern z.B. die Bedingungen für die Umweltzonen, in der vorgesehen ist, Schritt für Schritt bis 2035 die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zu verbannen, zu lockern.

Andreas Kockartz
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Im Gegenteil: Die Unterzeichner des Aufrufs bitten eher um eine striktere Handhabung der Umweltzone, „nämlich eine Abschaffung der Dieselmotoren bis 2030 und der Benzinmotoren bis spätestens 2035 auf dem gesamten Gebiet der Brüsseler Hauptstadt-Region.“

Kurz zuvor hatten die frankophonen Sozialisten PS und die ebenfalls frankophonen Linksliberalen Défi gefordert, die Umweltzone zu entschärfen und das vorgesehene Verbot von Fahrzeugen mit Euro-5-Dieselmotoren (vor 2015 in den Verkehr gebrachte Autos) auszusetzen. Die beiden Parteien versprechen sich offenbar Wählerstimmen bei den Kommunalwahlen in Belgien im September. Der offene Brief und die Forderung von PS und Défi kamen übrigens tatsächlich zufällig zusammen…

Messbare Erfolge

Die Unterzeichner des offenen Briefes wollen mehr Umweltzonen, wie im Brüsseler Stadtzentrum (dem sogenannten „Fünfeck“ im historischen Kern der Stadt) erreichen, denn „die Verringerung des Straßenverkehrs um 15 bis 20 % innerhalb eines Jahres stellt einen Rückgang der Luftverschmutzung, des Lärms und auch des Unfallrisikos dar. Hierdurch kommt auch öffentlicher Raum frei, der einfacher begrünt werden kann.“

Hinzu kommt die Forderung nach mehr Fußgängerzonen im Bereich von Schulen, nach kommerziellen Punkten, an denen man Lieferungen abholen kann, statt einen permanenten Lieferwagenverkehr von Haus zu Haus, mehr Carsharing und Carpooling und eine Ausweitung des Radwegenetzes in der Brüsseler Hauptstadt-Region. Viele der Forderungen und Vorstellungen der 140 Gesundheits- und Umweltexperten treffen sich übrigens mit entsprechenden Ideen des Brüsseler Expat-Panels „Brussels Voice“. 

Brüssel ist sehr verschmutzt/verschmutzend

Die Fachleute richten ihren Appell nicht zufällig auch an die Politiker im Hinblick auf die anstehenden Regional- und Kommunalwahlen (im Juni und im September): „Wir Ärzte, Wissenschaftler, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen und Umweltverbände bitten Sie darum, wenn Sie gewählt werden, alles daran zu setzen, um die Luftverschmutzung in Brüssel voll und ganz zu bekämpfen.“

Sie weisen auf eine Studie im Auftrag von ISGlobal in 1.000 Städten in Europa hin, aus der ersichtlich ist, dass die belgische Hauptstadt auf Platz 8 der am meisten durch Stickstoff verschmutzten Städte steht. Dadurch, so die Experten, würden jährlich in Brüssel bis zu 900 Menschen vorzeitig sterben.  

Ein Autobahnkreuz irgendwo bei Brüssel

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