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Umwelt & Klima
Energie

Der Hafen von Ostende und einige Küstengemeinden reichen Beschwerde gegen einen Windpark vor Dünkirchen ein

Die Hafenverwaltung von Ostende sowie die Küstengemeinden De Panne, Koksijde und Nieuwpoort reichen Beschwerde gegen den Bau eines Windparks vor der Küste von Dünkirchen in Nordfrankreich ein. Für die klagenden Kommunen entstehen die Windräder zu nah an die belgische Küste heran, was auch zu visuellen Problemen führe. Der Hafen von Ostende befürchtet eine Behinderung des Schifffahrtsrouten zwischen Belgien und Großbritannien.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das französische Energieunternehmen Eoliennes en Mer de Dunkerque (EMD) und der Stromnetzbetreiber Réseau de Transport d’ Electricité (RTE) planen den Bau einer Offshore-Windkraftanlage 10 km vor der französisch-belgischen Nordseeküste. Hier sollen 46 Windräder entstehen mit jeweils einer Höhe von 300 Metern.

Seit dem 8. April läuft ein öffentliches Genehmigungsverfahren, dass am 18. Mai abgeschlossen wird. Hiervon profitieren die Küstengemeinden De Panne, Koksijde und Nieuwpoort, die ebenso gegen die Anlage Beschwerde einreichen, wie der Hafen von Ostende.

Schifffahrtstoute

Während die Küstenorte vor allem wegen der Einschränkung ihrer Aussicht auf das Meer (für Bewohner und Touristen) und wegen der Probleme für die Fischerei- und Jachthäfen protestieren, legt die Hafenverwaltung von Ostende Beschwerde wegen wirtschaftlicher und logistischer Probleme ein.

Der Windpark könnte für Probleme bei der Schifffahrt sorgen, so Hafen-CEO Dirk Declerck: „Hier gab es 170 Jahre lang eine Verbindung zwischen unserem Hafen und den südlichen Häfen in Großbritannien, unter anderem nach Dover. Dass diese Route seit 2013 nicht mehr genutzt wird, ist irrelevant. Wir sind gerade dabei, wieder eine Verbindung auf dieser Schifffahrtslinie einzusetzen. Es ist ‚not done‘, dass hier internationales Recht ignoriert wird.“

Klage abgewiesen

Vor einiger Zeit hatte der damals noch für die Nordsee zuständige Bundesminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) im Namen des belgischen Staates eine Klage gegen die Pläne für die Windkraftanlage eingereicht und zwar im Hinblick auf die Schifffahrtsroute zwischen Ostende und britischen Häfen.

Diese Klage wies der französische Staatsrat allerdings zurück. Inzwischen unterstützt dessen Nachfolger, Nordsee- und Justizminister Paul Van Tigchelt (Open VLD), die Beschwerdeführung der oben genannten Küstengemeinde und des Hafens von Ostende. Er arbeitet mit einem Vorschlag, nach dem die französischen Windräder 5 km weiter ins Meer hinein gebaut werden könnten: „Diese Lösung würde fast alle Probleme lösen.“ 

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