Zum Hauptinhalt springen
Mit HemoVision können sich Ermittler in wenigen Minuten ein virtuelles aber genaues Bild eines Tatorts machen

3D-Bilder und KI: Spin-Off der Löwener Uni entwickelt Methode, mit der die Spurensicherung an Tatorten schneller vorgehen kann

Die Universität Löwen (KU Leuven) in Flämisch-Brabant hat gemeinsam mit der belgischen Bundespolizei eine neue Methode entwickelt, mit der über Künstliche Intelligenz und 3D-Bildern Blutspuren schneller entdeckt und analysiert werden können. Die Spurensicherung kann schon innerhalb von Minuten mit Tatortbildern arbeiten, die später auch bei Gerichtsverfahren genutzt werden können. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Diese Methode bzw. das entwickelnde Spin-Off nennt sich HemoVision und ist eine KI-Software, mit der auf digitalem Wege z.B. über Blutspuren und Einschusslöchern Tatortfotos analysiert werden können. Damit können Ermittler und die Spurensicherung innerhalb von nur rund einer Viertelstunde einen Tatort bzw. eine Straftat mit Schusswaffengebrauch rekonstruieren.

Einfach ausgedrückt: HemoVision bietet anhand von 3D-Bildern rasch Aufschluss darüber, wie ein Opfer an- oder erschossen wurde, in dem die Schussrichtung aufgrund von Algorithmen aufgezeigt wird. Die daraus ersichtlichen Details können im Rahmen der Ermittlungen Hypothesen zum Tathergang bestätigen oder ausschließen.

„Vorteil von HemoVision ist, dass das Tool nicht nur schnell, sondern auch genau arbeitet. Das erspart den Ermittlern enorm viel Zeit und Energie“, sagt Ruben Moermans zu der Entwicklung, die er gemeinsam mit Philip Joris, seinem Geschäftspartner in diesem KUL-Spin-Off, auf den Markt bringen will.

Die belgische Bundespolizei ist begeistert

Die belgische Bundespolizei war an der Entwicklung beteiligt und hat dieses auf Algorithmus basierte 3D- und KI-Methode bereits getestet. „Wir sind froh, dass wir an der Entwicklung von HemoVision mitarbeiten konnten. Das wird ein Gewinn für die belgische und die internationale Polizei, aber auch für die Gesellschaft insgesamt“, sagte Sabien Gauquie, die Leiterin der Direktion Technische und Wissenschaftliche Polizei.

HemoVision vereinfache es der Polizei, im Rahmen von Ermittlungen Fakten zusammenzufügen. Von Seiten von HemoVision wird sich auch zum Ziel gesteckt, dieses System auch außerhalb Belgiens an den Mann zu bringen.

Das Spin-Off erhält dazu 50.000 € als Startzuschuss von VLAIO, die flämische Landesagentur für Innovation und Unternehmertum. Weitere Mittel fließen von der Universität Löwen, die dem jungen Unternehmen auch beratend zur Seite steht. 

HemoVision soll die "Fadenmethode" ersetzen

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5