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Das Brüsseler Audi-Werk in Vorst - Unsichere Zukunft?
Inland
Wirtschaft

Bei Audi in Brüssel ist die Produktion wieder angelaufen, doch es wächst die Unsicherheit

Bei Audi im Brüsseler Stadtteil Vorst ist am Montagmorgen die Produktion des elektrischen Modells Q8 e-tron nach rund 3 Wochen Kurzarbeit wieder aufgenommen worden. Das befristete Aussetzen der Produktion war eine Folge der schleppenden Nachfrage für dieses Modell. Doch die Situation in Sachen Zukunft des Standorts erscheint nach Medienberichten mehr und mehr unsicher. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Bänder bei Audi Brussels laufen wieder, doch die Zahl der hier zu produzierenden Q8 e-tron wurde offenbar deutlich gedrosselt. Offenbar entspricht die Nachfrage für dieses E-Auto besonders in Deutschland schlechter als erwartet.

In diesem Zusammenhang hat der Autohersteller aus Ingolstadt auch die Verträge für 371 Zeitarbeitskräfte beendet bzw. nicht mehr verlängert. Die Gewerkschaften reagieren auf diese Entwicklung mit einer bereits hinterlegten Streikankündigung. Beim direkten Zulieferunternehmen Imperia wurden 76 Zeitarbeitsverträge ausgesetzt.

Am Freitag wird sich der belgische Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) mit dem Audi-Management zu Gesprächen zur „Rettung“ des Brüsseler Standorts treffen.

Ein Szenario wie bei VW in 2006?

Die Gewerkschaften befürchten bereits ein ähnliches Szenario für den Standort wie beim Ende von Volkswagen in diesem Werk 2006, doch damals erwies sich Audi als Retter des Standorts… Die rund 3.000 Beschäftigten hier machen sich große Sorgen.

Dem entgegen steht aber die Feststellung, dass von einer Schließung des Werks in Brüssel keine Rede ist, wie Jan Baetens von der christlichen Gewerkschaft ACV-Metea gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen andeutet: „Bei der Audi-Spitze haben sie deutlich angegeben, dass keine Fabrik dicht gemacht wird. Die Frage ist aber, wieviel solche Garantien wert sind. Wir haben solche ‚Versprechen‘ schon gehört.“

Dazu ergänzt der Mobilitätsjournalist Tony Verhelle von mobility.news: „Wenn ein Montagewerk nur von einem Modell abhängig ist, dann weiß man, dass früher oder später ein Ende kommen wird.“

Was schreibt die Automobilwoche?

Die deutsche Fachzeitschrift Automobilwoche schreibt dazu, dass Audi gemeinsam mit der Muttergruppe Volkswagen aufgrund der Überkapazitäten eine weltweite Umstrukturierung vornimmt. Dabei soll ein europäisches Werk überflüssig sein und das könnte durchaus Brüssel sein…  

Hier zitiert die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ das Blatt: „Wenn Brüssel bei der laufenden Fabrik-Netzwerkplanung kein alternatives Modell zugewiesen bekommt, kann das für das Werk bedrohlich.“

Intern werde intensiv an Garantien für die Zukunft des Standorts gearbeitet, schreiben die Nachrichtenagentur Reuters und einige deutsche und belgische Medien zur Lage des Audi-Montagewerks in der Hauptstadt.  

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