Mehr Carsharing, bessere Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr und eine Ausweitung der Fahrradinfrastruktur sind nur einige Forderungen, die das Expat-Panel Brussels Voice stellt, um die Mobilität in der belgischen Hauptstadt zu verbessern. Die Plattform stellte ihre Mobilitätsideen sogar im Brüsseler Regionalparlament vor.
Brussels Voice: Was die Expats für eine bessere Mobilität in der belgischen Hautstadt vorschlagen
Wer oder was ist Brussels Voice? Dies ist eine Initiative, die internationale Brüsseler Bürger über die Zukunft der belgischen Hauptstadt mit nachdenken lässt. In den vergangenen Jahren nahmen rund 1.500 Brüsseler Einwohner mit einer anderen Nationalität als der belgischen an verschiedenen Denkübungen teil. 2022 führte deren Engagement zum „Manifest des internationalen Brüsselers.“
Brussels Voice wurde auch gegründet, weil man feststellen musste, dass dieser Teil der Hauptstädter zwar hier wohnt und arbeitet, doch dass deren Stimme nicht oder nur selten gehört wird. Nur wählen konnten und können diese Expats hier.
Im vergangenen Jahr setzten sich die Mitglieder von Brussels Voice einmal mehr zusammen und debattierte in Workshops über das Thema Verkehr und Mobilität. Dabei kamen zahlreiche Vorschläge, Ideen und sogar Forderungen, die das Panel in der vergangenen Woche dem Mobilitätsausschuss des Brüsseler Regionalparlaments vorlegen konnte.
Plädoyer für eine lebbare Stadt
Bussels Voice nimmt dieses Thema sehr ernst und die meisten Vorschläge und Forderungen betreffen das Zurückdrängen des motorisierten Individualverkehrs in der Hauptstadt. Dies hat zum Ziel, Brüssel das Wohnen und Leben in Brüssel angenehmer zu gestalten. Ein Pfeiler dafür sind die Carsharing-, Teil- und Stadtteilautos, deren Netz ausgeweitet werden sollte. Dabei könne auch eine Mehrwertsteuersenkung auf solche Fahrzeuge auf 6 % helfen, so Brussels Voice.
Im Zuge dessen soll das Radwegenetz ausgebaut und so weit wie möglich von Autoverkehr getrennt werden. In Straßen und Vierteln mit Radwegen soll die Höchstgeschwindigkeit für Autos von heute 30 km/h auf 20 km/h gesenkt werden, so die Empfehlung.
Elektrische Mobilität und ein besserer ÖPNV
Um den Anteil an Verbrennerfahrzeugen in Brüssel zu senken, sollte hier das Parken von elektrischen Autos verbilligt werden und zwar mit günstigeren Tarifen, als bei Benzin- oder Dieselautos.
In Sachen öffentlicher Nahverkehr wünschen sich die Brüsseler Expats eine höhere Frequenz bei Bussen und Bahnen und ein effektiveres Überwachungssystem auch mit sogenannten „intelligenten Kameras“, um „illegalem und nicht angepasstem Verhalten im Nahverkehr zuvorzukommen.“
Vor den diesjährigen Regionalwahlen im Juni und den Kommunalwahlen im September werden die Empfehlungen von Brussels Voice nicht mehr auf die Politik wiegen, doch, so Brüssels Regionale Mobilitätsministerin Elke Van den Brandt (Groen), „wir finden es wichtig, dass diese Gruppe gehört werden muss.“
