Ein Gebäude, in dem sich ein Drogenlabor befunden hat, ist für mindestens 100 Jahre unbewohnbar. Das sagt die nationale Drogenkommissarin Ine Van Wymersch. Gleichzeitig warnt sie Vermieter, darauf zu achten, an wen sie ihre Räumlichkeiten vermieten.
Nationale Drogenkommissarin Ine Van Wymersch: "Gebäude mit Drogenlabor ist für mindestens 100 Jahre unbewohnbar“
In einem Drogenlabor wird mit großen Mengen an chemischen Abfällen hantiert. "Die Menschen sind sich nicht ausreichend bewusst, wie gefährlich das ist", sagte Ine Van Wymersch am Mittwochabend in Terzake auf VRT CANVAS: "Eine australische Studie zeigt, dass ein Gebäude, in dem sich ein Drogenlabor befunden hat, mindestens 100 Jahre lang unbewohnbar ist."
In den Vereinigten Staaten werden ehemalige Drogenlabore für unbewohnbar erklärt, sagte Van Wymersch: "Das können Bürgermeister bei uns auch auf der Grundlage des Wohngesetzbuches tun. Auf diese Weise können sie die Gesundheit der künftigen Bewohner schützen."
Als Vermieter können Sie für das, was ein Mieter in Ihrer Wohnung tut, mitverantwortlich gemacht werden.“
Ine Van Wymersch, nationale Drogenkommissarin
Van Wymersch erinnert auch die Vermieter an ihre Verantwortung: "Sie können als Vermieter mitverantwortlich gemacht werden für das, was ein Mieter in Ihrer Wohnung tut, wenn Sie nachweislich davon wussten.“
Oft gibt es einige Anzeichen auf dubiose Geschäfte. Wenn jemand zum Beispiel eine besonders hohe Summe für die Miete einer Immobilie zahlen will, die in einem schlechten Zustand ist. „Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann stimmt das oft“, sagt Van Wymersch.
Zahl der entdeckten Drogenlabors verdoppelt sich
Die Zahl der Drogenlabore, die von den Behörden entdeckt worden sind, steigt stark an. "Bis Ende 2023 hat sie sich fast verdoppelt", sagt die belgische Drogenkommissarin. Während früher vor allem in der Grenzregion zu den Niederlanden sogenannte Drogenküchen eingerichtet wurden, verlagern sie sich nun zunehmend ins Landesinnere. Wie jetzt zum Beispiel in Poederlee (Provinz Antwerpen). In diesem Dorf in den Kempen wurden am Mittwoch drei Tote gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Opfer giftige chemische Dämpfen eingeatmet haben.
"Wir sehen, dass kriminelle Organisationen nach Orten suchen, an denen sie ungestört ihren Geschäften nachgehen können", erklärt Van Wymersch: "Wenn ein Drogenlabor entdeckt wird, befindet es sich meist an einem Ort, an dem man es nicht sofort vermutet. Zum Beispiel in einem Reihenhaus oder inmitten eines Wohngebiets.
Deshalb sei es wichtig, dass die Menschen wachsam sind, wenn sie etwas Verdächtiges riechen oder sehen. "Über Hotlines können Bürgerinnen und Bürger verdächtige Gerüche und Verhaltensweisen anonym melden", sagte die Drogenkommissarin. Diese Hotlines gibt es bereits in den Provinzen Limburg und Antwerpen.

