Im Ortsteil Heist in Knokke sind bei Arbeiten zur Wiederherstellung von Naturflächen im dortigen Willemspark drei deutsche Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Dass die Deutschen während des Krieges hier einen Stützpunkt unterhielten, war bekannt, doch der Fund der Bunkeranlagen überraschte Historiker und Archäologen dann doch.
Drei deutsche Bunker im Willemspark in Knokke-Heist an der Nordseeküste entdeckt
Die Bunker wurden aus dem Sand ausgegraben, dokumentiert, fotografiert und vermessen und danach wieder zugeschüttet. Insgesamt umfassen die Anlagen drei Bunker, zwei Schützengräben aus Backsteinen und einen Weg aus Beton. Bei den Ausgrabungen wurden sogar noch Spuren von Munition gefunden.
„Wir wussten, dass wir dort Reste aus dem Krieg finden würden“, erzählte der Archäologe Sam De Decker gegenüber VRT NWS: „Wir wussten auch, dass dort ein Bunker sein musste. Was wir aber hier gefunden haben, ist viel größer.“ Die drei noch völlig intakten Bunker lagen unter einer dicken Lage Sand und sind jeweils 6 x 7 Meter groß. Wände und Dach bestehen aus 1 Meter dickem Stahlbeton.
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"Stützpunkt Heist"
Es sei ein sehr wertvoller historischer Fund gewesen, so Archäologe De Decker, doch das war wohl noch nicht alles: „Das war nur die Spitze des Eisbergs. Viel tiefer im Boden ist noch mehr zu finden. Wir wissen inzwischen, dass hier noch ein größerer Kommandobunker liegt.“
Die Anlage gehörte im Zweiten Weltkrieg zum „Stützpunkt Heist“, einem Teil des Atlantikwalls, der alleine an der belgischen Nordseeküste insgesamt 60 Konstruktionen umfasst – kleine Bunker und Unterstände, aber auch riesige Bunker und Luftschutzräume.
In Vergessenheit geraten
Nicht wenige der Bauten um Willemspark in Heist wurden nach dem Krieg abgerissen, weil man diesen Teil der Geschichte nicht erhalten wollte. „Es ist verwunderlich, dass so viele Leute schon jetzt vergessen haben, dass hier vor 80 Jahren ein Krieg gewütet hat“, so De Decker: „Wir wollen die Geschichte des Atlantikwalls wieder an die breite Öffentlichkeit weitergeben. Die Dünen waren damals vollgebaut.“
Archäologe Sam de Decker uns seine Kollegen haben aber noch viel Arbeit hier, wenn sie alle Anlagen des Atlantikwalls alleine auf Ebene der Gemeinde Knokke-Heist erfassen wollen: „Wenn wir entlang der ganzen Küste gegraben haben, das wird wohl noch vier Winter dauern, werden wir wahnsinnig viel entdeckt haben.“
