Die Gespräche über die Zukunft des angeschlagenen flämischen Busherstellers Van Hool in Koningshooikt bei Lier in der Provinz Antwerpen laufen noch eine Woche lang weiter. Das bedeutet, dass das Personal - rund 2.500 Arbeiter und Abgestellte - des traditionsreichen Unternehmens noch länger warten muss, bis bekannt ist, wie es weitergehen soll.
Der "schnelle" Konkurs bei Van Hool ist um eine Woche verschoben worden
Bei Van Hool sei man auf der Suche nach einer „nachhaltigen“ Zukunft für das Unternehmen, heißt es in einer Pressemitteilung nach einer Betriebsratsversammlung am Dienstagvormittag, bei der verkündet wurde, dass die Verhandlungen zu einer möglichen Übernahme und einer dazugehörenden Konkursanmeldung noch eine Woche länger dauern würden.
Ein Konkurs ist nicht zu vermeiden, soll aber helfen, ein Durchstarten zu beschleunigen, wie Krisenmanager Marc Zwaaneveld im Vorfeld der Betriebsratsversammlung andeutete. Das Handelsgericht von Mechelen, das hier zuständig ist, bestimmte letzte Woche zwei Kuratoren, die das Ganze in die richtigen Bahnen leiten sollen.
"Konstruktive" Gespräche
Bei Van Hool hieß es weiter, dass die Übernahmegespräche „konstruktiv und in einer guten Atmosphäre“ verlaufen würden und dass dabei mit allen Betroffenen Rechnung getragen würde. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie eine Woche länger warten müssen, bis sie wissen, woran sie sind. Die meisten von ihnen sind aktuell in Kurzarbeit.
Geplant ist eine sognannte „stille Pleite“, ein Verfahren, bei dem vor einem definitiven Konkurs Absprachen rund um die Übernahme getroffen werden, um einen Neustart zu beschleunigen und zu erleichtern. Gesprochen wird derzeit mit vier Übernahmekandidaten: Mit dem flämischen „Firmenretter“ Guido Dumarey, mit dem niederländischen Bushersteller VDL, mit dem deutschen Trailer- und Tankauflieger-Hersteller Schmitz Cargobull und mit einem vierten nicht genannten Kandidaten.
Wie könnte eine Zukunft aussehen?
Der niederländische Busbauer VDL und Schmitz Cargobull legen angeblich ein gemeinsames Angebot vor. Die Deutschen sind vor allem an der Abteilung für industrielle Fahrzeuge von Van Hool interessiert und VDL hat ein Auge auf die Herstellung von Autobussen geworfen.
Die VDL-Cargobull-Koalition erwägt wohl, einen Teil der Busproduktion ins Van Hool-Zweigwerk in Nord-Mazedonien zu verlegen, während die Sattel- und Spezialfahrzeugherstellung in Koningshooikt bleiben soll.
Eine ähnliche Herangehensweise hatte auch Krisenmanager Marc Zwaaneveld in Planung. Der westflämische Unternehmer Guido Dumarey hingegen verspricht, die Produktion in Flandern zu belassen und mit 1.800 Mitarbeitern weitermachen zu wollen. Was der vierte Übernahmekandidat vorhat, ist nicht bekannt.
